Un­ter­stüt­zung für Ga­b­ri­el nach TTIP-Kri­tik

Nur die CDU warnt Wirt­schafts­mi­nis­ter vor ei­ner „Wahl­kampf­pos­se“

Neue Presse - - NACHRICHTEN - VON NATHALIE HE­LE­NE RIPPICH

Ber­Lin. SPD-Lin­ke und CSU ha­ben an Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) ap­pel­liert, im Rin­gen um das um­strit­te­ne TTIP-Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen EU und den USA hart zu blei­ben.

Der Vor­sit­zen­de des Wirt­schafts­aus­schus­ses des Bun­des­ta­ges und frü­he­re CSU-Bun­des­mi­nis­ter Pe­ter Ram­sau­er sag­te ge­gen­über den Zei­tun­gen des Re­dak­ti­ons­Netz­werks Deutsch­land, RND: „Sig­mar Ga­b­ri­el hat ei­ne sehr rea­lis­ti­sche Sicht­wei­se hin­sicht­lich TTIP. Das soll­te ei­gent­lich auch Hal­tung der ge­sam­ten Bun­des­re­gie­rung sein.“Man sei in den Ver­hand­lun­gen „mei­len­weit von ei­ner Ei­ni­gung ent­fernt“. Des­halb wä­re es auch „sträf­lich, das Ab­kom­men auf Bie­gen und Bre­chen bis Jah­res­en­de zu En­de ver­han­deln zu wol­len“.

Der Spre­cher der Par­la­men­ta­ri­schen Lin­ken in der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Mat­thi­as Miersch, rief den SPD-Chef Ga­b­ri­el auf, nach sei­nen An­kün­di­gun­gen nun auch in der Sa­che hart zu blei­ben: „Die Kri­tik, die Sig­mar Ga­b­ri­el an der Kanz­le­rin äu­ßert, ist völ- lig zu­tref­fend. An­ge­la Mer­kel gau­kelt den Men­schen Ei­ni­gungs­mög­lich­kei­ten bei TTIP vor, die völ­lig aus der Luft ge­grif­fen sind.“Man soll­te sich jetzt schnell ehr­lich ma­chen, „das gilt auch und ge­ra­de für die Kanz­le­rin“.

Da­ge­gen warn­te Joa­chim Pfeif­fer, wirt­schafts­po­li­ti­scher Spre­cher der Uni­ons­frak­ti­on, Ga­b­ri­el da­vor, bei TTIP „klein­mü­tig“zu wer­den, „nur weil die wirt­schafts­po­li­ti­schen Geis­ter­fah­rer in sei­ner Par­tei den Druck er­hö­hen“. Die Uni­on ste­he wei­ter­hin hin­ter dem Kurs der Bun­des­re­gie­rung und wol­le die Ver­hand­lun­gen zeit­nah zu ei­nem er­folg­rei­chen Ab­schuss füh­ren: „Die Zu­kunft des Welt­han­dels darf von der SPD nicht zur Wahl­kampf­pos­se de­gra­diert wer­den. Die schlech­ten Um­fra­ge­wer­te der SPD kön­nen nicht der Maß­stab eu­ro­päi­scher Han­dels­po­li­tik sein.“

Für die Bun­des­kanz­le­rin wies Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert den Ver­dacht ei­nes TTIP-Zer­würf­nis­ses zwi­schen Mer­kel und Ga­b­ri­el zu­rück. Das Ziel der Kanz­le­rin sei es, die Ver­hand­lun­gen zü­gig zu En­de zu brin­gen, „und zwar für bei­de Sei­ten vor­teil­haft. Das muss kein Wi­der­spruch sein.“

ÜBER­RA­SCHEND: Pe­ter Ram­sau­er (CSU) un­ter­stützt Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD).

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