Chi­na fei­ert Leib­niz mit Mu­sik

In­ter­na­tio­na­ler Wett­be­werb bringt Uni­ver­sal­ge­nie zum Klin­gen

Neue Presse - - KULTUR - VON HEN­NING QUE­REN

HAN­NO­VER. Wie klingt Leib­niz? Das soll­ten jun­ge Mu­si­ker in ei­nem Wett­be­werb welt­weit her­aus­fin­den. Un­ter den Ge­win­nern ist die chi­ne­si­sche Kom­po­nis­tin Wang Rui­qi, die sich auf be­mer­kens­wer­te Wei­se Han­no­vers Uni­ver­sal­ge­nie ge­nä­hert hat und die ih­re No­ten ges­tern im Rat­haus vor­stell­te, die am mor­gi­gen Don­ners­tag in Her­ren­hau­sen er­klin­gen wer­den.

„Mich hat vor al­lem in­ter­es­siert, wie ich chi­ne­si­sche und west­li­che In­stru­men­te zu­sam­men­brin­gen kann“, so Wang Rui­qi, die zur­zeit in Ham­burg stu­diert und ihr drei­sät­zi­ges Werk „A Hou­se wi­thout Win­dows“ge­nannt hat. Ein Haus oh­ne Fens­ter, das be­zieht sich auf die Leib­niz-Idee von der Mo­na­de, vom fens­ter­lo­sen Ge­fäß, das al­le Le­be­we­sen sind.

Wang Rui­qi hat ih­rem En­sem­ble-Stück noch ei­nen wei­te­ren düs­te­ren Drall ge­ge­ben, sie be­zieht die Mu­sik auf die Zwangs­räu­mun­gen in Chi­na, bei de­nen Men­schen aus ih­rem ge­wohn­ten Le­bens­raum, aus ih­ren Häu­sern ver­trie­ben wer­den, um Re­gie­rungs­pro­jek­ten Platz zu ma­chen.

Zu de­nen, die den Wett­be­werb an­ge­regt hat­ten (Ver­an­stal­ter ist die han­no­ver­sche Ver­ei­ni­gung „Mu­sik für heu­te“), ge­hört der chi­ne­si­sche Wis­sen­schaft­ler Wen­chao Li, der in Han­no­ver die Leib­nizStif­tungs­pro­fes­sur hat: „Chi­na und Leib­niz, das ist schon ei­ne be­son­de­re Lie­be.“Er be­grüßt den Kom­po­si­ti­ons­wett­be­werb, „denn so kommt ei­ne emo­tio­na­le Kom­po­nen­te in den 300 To­des­tag, den wir in die­sem Jahr be­ge­hen“. Leib­niz und die Mu­sik, das sei noch ein of­fe­nes For­schungs­ge­biet.

Kul­tur­de­zer­nent Ha­rald Här­ke war vor al­lem vom in­ter- na­tio­na­len Cha­rak­ter des Wett­be­werbs an­ge­tan: „Das be­weist die welt­um­span­nen­de Aus­strah­lung die­ses Phi­lo­so­phen.“Auch, weil den je­wei­li­gen Kom­po­si­tio­nen Tex­te von Leib­niz zu­grun­de la­gen.

Der Wett­be­werb „Leib­niz’ Har­mo­ni­en“(Künst­le­ri­scher Lei­ter: Ste­phan Mei­er) war groß an­ge­legt, Leib­niz-Ge­sell­schaf­ten welt­weit, auch in Chi­na, Ja­pan, Is­ra­el, den USA und Spa­ni­en, hat­ten für den Kom­po­si­ti­ons- und Mu­sik­wett­be­werb in Han­no­ver ge­wor­ben.

Aus­ge­lobt wa­ren zwölf Prei­se zwi­schen 1000 und 5000 Eu­ro in den Ka­te­go­ri­en En­sem­ble, Orches­ter, So­lo und Klang­kunst, in de­nen je­weils drei ge­staf­fel­te Prä­mi­en zu ho­len wa­ren. Wo­bei be­son­ders be­geh­rens­wert die Mög­lich­keit der Auf­füh­rung der ei­ge­nen Wer­ke war. Da­zu ka­men noch zwei zu­sätz­li­che Son­der­prei­se vom Aus­wär­ti­gen Amt ex­tra für jun­ge chi­ne­si­sche Kom­po­nis­ten – die Schirm­herr­schaft für den ge­sam­ten Wett­be­werb hat Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er über­nom­men.

Un­ter den Spon­so­ren sind die Nie­der­säch­si­sche Spar­kas­sen­stif­tung, Stadt, Land, Bahl­sen, die Nord/LB-Kul­tur­stif­tung und das Goe­the-In­sti­tut. In der hoch­ka­rä­tig be­setz­ten Ju­ry wa­ren Mu­sik­pro­fes­so­ren aus Deutsch­land, Chi­na, Frank­reich, den USA und Spa­ni­en so­wie Ver­tre­ter von Han­no­vers Ra­dio­phil­har­mo­nie.

Die Preis­ver­lei­hung ist mor­gen ab 19 Uhr in der Oran­ge­rie Her­ren­hau­sen mit Ober­bür­ger­meis­ter Stefan Schos­tok.

Preis­ver­lei­hung: Don­ners­tag (30. Ju­ni) ab 19 Uhr in der Oran­ge­rie mit Stefan Schos­tok.

Urauf­füh­rungs­kon­zert Ort ab 20 Uhr.

„Mu­sik im Gol­de­nen Schnitt“am Sonn­tag (3. Ju­li ab 16 Uhr) im Leib­nizTem­pel im Ge­or­gen­gar­ten (mit Wer­ken von Kar­lheinz Stock­hau­sen und den Preis­trä­gern).

Kla­ri­net­ten-Kon­zert beim In­ter­na­tio­na­len Leib­niz-Kon­gress im Licht­hof der Leib­niz-Uni­ver­si­tät (20. Ju­li, Zeit steht noch nicht fest).

„Leib­niz un­der Ground 1“am Frei­tag, 19. Au­gust, ab 22.30 Uhr in der Staats­oper: Laut­spre­cher­kon­zert der Klang­kunst-Preis­trä­ger.

„Leib­niz un­der Ground 2“am Sonn­abend, 20. Au­gust, ab 16 Uhr in der Staats­oper auf dem „Mu­sik-21-Je­tJu­gend-En­sem­ble-Tref­fen 2016“.

Fest­akt des Lan­des Nie­der­sach­sen in der Neu­städ­ter Hof- und Stadt­kir­che (14. No­vem­ber ab 17 Uhr) mit der Urauf­füh­rung des Auf­trags­wer­kes von Frédé­ric Du­rieux.

Preis­trä­ger­kon­zert für Orches­ter im Gro­ßen Sen­de­saal mit der Ra­dio­phil­har­mo­nie un­ter Jo­na­than Stock­ham­mer (9. De­zem­ber ab 19 Uhr) mit Wer­ken der Preis­trä­ger. am sel­ben

Fo­to: Kut­ter

FEI­ERN LEIB­NIZ: (von links) Ste­phan Mei­er, Jia Guo­ping (Chef des En­sem­bles Con­Tem­po Pe­king), Kom­po­nis­tin Wang Rui­qi, Kul­tur­de­zer­nent Ha­rald Här­ke, Leib­niz-Pro­fes­sor Wen­chao Li.

MU­SI­KA­LISCH: Uni­ver­sal­ge­nie Gott­fried Wil­helm Leib­niz.

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