Fu­si­on kommt, Vi­si­on fehlt

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Es wird sich et­was ver­än­dern in Han­no­vers In­nen­stadt. Nicht so schnell, aber die Fu­si­on von Kar­stadt und Kauf­hof wird Fol­gen in der ci­ty ha­ben. Dass sich der neue Wa­ren­haus­rie­se lang­fris­tig vier Fi­lia­len auf en­gem Raum leis­ten wird, scheint un­vor­stell­bar. Schließ­lich hat die­ser Zu­sam­men­schluss ein Ziel: spa­ren.

Die Un­si­cher­heit bei den Be­schäf­tig­ten wird wach­sen – auch wenn sich die al­ten chefs bis­her in Zu­rück­hal­tung üben, was den Stel­len­ab­bau an­geht. In die­ser Pha­se jon­gliert man na­tür­lich lie­ber nicht mit Zah­len, die die Mo­ti­va­ti­on der Mit­ar­bei­ter ex­trem hem­men könn­ten.

IM FO­KUS CHRIS­TI­AN LOMOTH

Das Pro­blem bei den Plä­nen ist: Wenn sich zwei lah­me Schwer­ge­wich­te ver­ei­nen, ent­steht nicht au­to­ma­tisch ein mo­der­nes hip­pes Ge­schäft. Die har­te On­line-kon­kur­renz bleibt be­ste­hen – in die­sem Be­reich ha­ben Kar­stadt und Kauf­hof den An­schluss ver­passt. Pri­mark, H & M oder Za­ra sind fle­xi­bler im Sor­ti­ment, tref­fen eher den Ge­schmack der jun­gen Kun­den. Nicht um­sonst ha­ben bei­de Kauf­haus-di­nos schwe­re Jah­re hin­ter sich mit ih­rem an­ti­quiert wir­ken­den Ge­schäfts­mo­dell – ein­fach nur mit Spa­ren lockt man kei­ne neue kauf­kräf­ti­ge Kund­schaft an.

Die Fu­si­on kommt – es fehlt die Vi­si­on, wie sie ge­nutzt wird. Die Wa­ren­haus­welt muss sich än­dern – sonst gibt es in den In­nen­städ­ten mehr Ver­än­de­rung, als al­len lieb ist.

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