Stadt mahnt Ver­band ab

Ver­ei­ne ver­schmut­zen städ­ti­sche Hal­len. NFV re­agiert.

Neue Presse - - HANNOVER -

HAN­NO­VER. Rund 1000 jun­ge Fuß­bal­ler aus fast al­len han­no­ver­schen Ver­ei­nen ki­cken in den Win­ter­mo­na­ten bei Hal­len­po­kal­spie­len um die Wet­te – doch mit dem sport­li­chen Ver­gnü­gen der ak­tu­el­len Win­ter-hal­len­run­de könn­te es ganz schnell vor­bei sein: Die Stadt hat dem Nie­der­säch­si­schen Fuß­ball­ver­band (NFV) als Ver­an­stal­ter an­ge­droht, ihm die Be­nut­zungs­rech­te für die städ­ti­schen Hal­len zu ent­zie­hen. Der Grund: Im­mer wie­der wur­den die Sport­hal­len von den Ver­ei­nen stark ver­schmutzt, ja so­gar be­schä­digt hin­ter­las­sen.

Schon mehr­fach sei es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu Ver­stö­ßen bei der Nut­zung durch die Nfv-ju­gend­run­de ge­kom­men. Die Spie­le am ver­gan­ge­nen Sonn­tag in der Leo­no­re-gold­schmidt-schu­le, der IGS Müh­len­berg und der IGS Krons­berg ha­ben das Fass beim Fach­be­reich Schu­le aber of­fen­sicht­lich zum Über­lau­fen ge­bracht. Per Brief wies die Stadt den NFV auf die „Ver­stö­ße ge­gen die Be­nut­zungs­be­din­gun­gen“hin. Im Schrei­ben (es liegt der NP vor) wer­den ein­zel­ne Punk­te auf­ge­führt: Sie rei­chen von harm­lo­se­ren Ver­stö­ßen, wie „Fuß­ball­spie­len auf den Gän­gen der Sport­hal­le trotz Er­mah­nun­gen“, über Zi­ga­ret­ten­kip­pen auf dem Schul­hof bis hin zu ei­nem be­schä­dig­ten Not­aus­gangs­schild in den Hal­len der IGS Müh­len­berg. Auch von star­ker Ver­schmut­zung ist die Re­de: Un­ter an­de­rem zehn Sä­cke Müll ha­be man in Um­klei­den auf­sam­meln müs­sen, ein Au­ßen­müll­ei­mer soll un­ter Mas­sen von Kaf­fee­be­chern „nicht mehr zu er­ken­nen“ge­we­sen sein.

Soll­ten sich die Ver­stö­ße wie­der­ho­len, droht die Stadt, die be­trof­fe- nen Hal­len nicht mehr für die Ju­gend­run­de des NFV zur Ver­fü­gung zu stel­len. Auch ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung be­ste­hen­der ter­min­li­cher Miet­ver­trä­ge zie­he man in Be­tracht. Im Kl­ar­text: Die noch bis in den Fe­bru­ar an­ste­hen­den Po­kal­spiel­ta­ge der Fünf- bis 13-Jäh­ri­gen müss­ten ab­ge­sagt wer­den, soll­te sich das Ver­hal­ten wie­der­ho­len. Das Schrei­ben sei ei­ne letzt­ma­li­ge Mah­nung. Kei­ne schö­ne Aus­sicht für die 42 be­tei­lig­ten Ver­ei­ne: „Un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Sip­pen­haft“, kom­men­tiert ein Teil­neh­mer.

Beim Adres­sa­ten nimmt man das Schrei­ben da­ge­gen „sehr ernst“, wie Kat­ha­ri­na Uhe­rek vom NFV be­tont. Und man zeigt Ver­ständ­nis: „Die Stadt ist im­mer sehr to­le­rant mit uns.“Des­halb ha­be man die Kri­tik mit ei­nem ei­ge­nen Ap­pell an die Ver­ei­ne wei­ter­ge­lei­tet. Die­se or­ga­ni­sie­ren schließ­lich vor Ort den Ablauf selbst und sor­gen für Ca­te­ring, Ord­nung und auch für die Ein­hal­tung der Haus­ord­nung. Uhe­rek: „Al­le sind ge­fragt mit­zu­hel­fen, dass wir die Hal­len so hin­ter­las­sen, wie wir sie vor­ge­fun­den ha­ben. Das hat in der Ver­gan­gen­heit ja auch schon oft ge­klappt.“

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