Bes­se­re Be­sol­dung be­schlos­sen

Nach meh­re­ren Ur­tei­len und ei­nem mo­na­te­lan­gen Pro­test er­hal­ten die Be­am­ten in Bran­den­burg deut­lich mehr Geld.

Neues Deutschland - - Brandenburg -

Pots­dam. Die rund 34 000 Be­am­ten in Bran­den­burg be­kom­men deut­lich mehr Geld. Der Land­tag be­schloss am Don­ners­tag mit gro­ßer Mehr­heit ein Ge­setz, wo­nach die Be­am­ten in den nächs­ten vier Jah­ren ne­ben der Ta­rif­er­hö­hung für die An­ge­stell­ten ei­ne Be­sol­dungs­er­hö­hung von je­weils 0,5 Pro­zent be­kom­men. Zu­dem sol­len 2000 Eu­ro über vier Jah­re ver­teilt als Ein­mal­zah­lung über­wie­sen wer­den. Wei­te­re Son­der­re­ge­lun­gen gibt es für vie­le Leh­rer. Auch die Pen­sio­nä­re wer­den pro­fi­tie­ren. Der Land­tag re­agier­te mit dem Be­schluss auf Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Da­nach war die Be­sol­dung über zehn Jah­re zu nied­rig. Auch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Berlin-Bran­den­burg hat­te kla­gen­den Be­am­ten Recht ge­ge­ben.

Fi­nanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke (LIN­KE) sag­te, es sei die größ­te Be­sol­dungs­er­hö­hung seit Jah­ren. »Das ist das Ma­xi­mum, das der­zeit mög­lich war.« Das Land ha­be nicht nur ei­ne Ver­ant­wor­tung ge­gen­über den Be­am­ten, son­dern auch ge­gen­über dem Steu­er­zah­ler, er­klär­te Gör­ke zu noch wei­ter­ge­hen­den For­de­run­gen aus den Ge­werk­schaf­ten. An­ge­sichts der Be­stre­bun­gen vie­ler Bun­des­län­dern, mit Ge­halts­er­hö­hun­gen um Nach­wuchs zu buh­len, for­der­te Gör­ke ei­ne bun­des­ein­heit­li­che Be­sol­dung der Be­am­ten.

In den Jah­ren 2017 und 2018 wer­den die Ge­halts­auf­bes­se­run­gen zu­sam­men rund 230 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten. Zu­sätz­li­ches Geld kos­tet die be­reits jetzt zu­ge­si­cher­te Über­nah­me des nächs­ten Ta­rif­ab­schlus­ses, oh­ne dass das Er­geb­nis fest­steht. Laut Gör­ke sol­len die Aus­ga­ben durch die hö­her als er­war­te­ten Steu­er­ein­nah­men fi­nan­ziert wer­den.

Der Ab­ge­ord­ne­te Re­né Wil­ke (LIN­KE) sag­te, der Kom­pro­miss sor­ge bei vie­len für Un­zu­frie­den­heit. Dies gel­te auch für den Steu­er­zah­ler. Für die mehr als 200 Mil­lio­nen Eu­ro hät­te der Land­tag et­wa auch die kom­plet­te Bei­trags­frei­heit für die Ki­tas be­zah­len kön­nen, rech­ne­te Wil­ke vor. Al­ler­dings sei der Kom­pro­miss kein Akt der Groß­her­zig­keit, son­dern ein Stück Ge­rech­tig­keit. Dass das Land jah­re­lang nicht ver­fas­sungs­kon­form be­zahlt ha­be, sei ein Un­ding.

Der CDU-Ab­ge­ord­ne­te Stee­ven Bretz kri­ti­sier­te, dass nur die­je­ni­gen, die Kla­ge oder Wi­der­spruch ge­gen ih­re Be­sol­dung ein­ge­legt hat­ten, nun kom­plett ei­ne Kom­pen­sa­ti­on er­hal­ten. Die Ge­werk­schaft der Po­li­zei war bis zu­letzt mit der jet­zi­gen Re­ge­lung nicht ein­ver­stan­den.

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