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Neues Deutschland - - Erste Seite -

Grund­sätz­lich gibt es ja nur zwei Mög­lich­kei­ten, die End­lich­keit der mensch­li­chen Exis­tenz ir­gend­wie zu be­grei­fen. Da ist zum ei­nen die we­nig char­man­te Vor­stel­lung, ein Le­ben funk­tio­niert wie ein lee­res Glas. Al­les, was uns wi­der­fah­ren kann, pas­siert und das Ge­fäß ist am En­de voll und wir tot. We­sent­lich auf­re­gen­der klingt es doch, wenn wir ei­ne Aus­wahl an mög­lichst fet­zi­gen Le­bens­ent­schei­dun­gen vor­ge­setzt be­kom­men und je­der darf sich aus­su­chen, was am bes­ten zu ihm passt. Nen­nen wir das Gan­ze »Chan­cen­kon­to« und un­ter den se­xy Wahl­mög­lich­kei­ten tau­chen Be­grif­fe auf wie »Wei­ter­bil­dung«, »Exis­tenz­grün­dung«, »frei­wil­li­ges En­ga­ge­ment«. Ein Le­ben mit Vor­for­ma­tie­rung, das klingt doch ir­gend­wie be­wäl­tig­bar und bes­ser als der ni­hi­lis­ti­sche Quatsch vom lee­ren Glas. Wir al­le wür­den ir­gend­wie das glei­che ma­chen und sein. Könn­ten uns end­lich in ei­nem Sys­tem ein­rich­ten, in dem al­les dar­auf hin­aus­läuft, dass es funk­tio­niert, wie es ge­plant war – und SPD wäh­len.

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