Auf zum Br­ex­it

EU und Lon­don be­gin­nen mehr­tä­gi­ge Ver­hand­lun­gen

Neues Deutschland - - Politik -

Brüs­sel. Groß­bri­tan­ni­en und die EU ha­ben am Mon­tag erst­mals kon­kre­te Ver­hand­lun­gen über den Br­ex­it be­gon­nen. Sie sol­len bis zum Don­ner­tag an­dau­ern. Da­zu ka­men in Brüs­sel EU-Ver­hand­lungs­füh­rer Mi­chel Bar­nier und der bri­ti­sche Br­ex­it-Mi­nis­ter Da­vid Da­vis zu­sam­men. Ih­re Mit­ar­bei­ter star­te­ten in drei Ar­beits­grup­pen mit den Be­ra­tun­gen über Sach­fra­gen. Da­zu ge­hö­ren die künf­ti­ge recht­li­che Stel­lung der 3,2 Mil­lio­nen EU-Bür­ger in Groß­bri­tan­ni­en, die Fi­nanz­for­de­run­gen der EU an Lon­don so­wie »an­de­re Tren­nungs­fra­gen«, wie et­wa der Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der Eu­ro­päi­schen Atom­ener­gie­ge­mein­schaft (Euratom).

Die Stel­lung der EU-Bür­ger in Groß­bri­tan­ni­en wur­de von Brüs­sel zur »Top-Prio­ri­tät« er­klärt. Die EU for­dert, dass die­se nach fünf Jah­ren ein dau­er­haf­tes Blei­be­recht be­kom­men und Leis­tun­gen aus dem So­zi­al- und Ren­ten­sys­tem be­zie­hen kön­nen. Ein ers­tes An­ge­bot The­re­sa Mays für ei­ne Art Son­der­sta­tus geht Brüs­sel nicht weit ge­nug. Lon­don will hin­ge­gen nicht ak­zep­tie­ren, dass EU-Bür­ger ih­re Rech­te beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof ein­kla­gen kön­nen.

Auch be­züg­lich der Brüs­se­ler Fi­nanz­for­de­run­gen an Lon­don ge­hen die Po­si­tio­nen bei­der Par­tei­en weit aus­ein­an­der. Wäh­rend die EU die­se auf bis zu 100 Mil­li­ar­den Eu­ro schätzt, hat Lon­don bis­her nicht grund­sätz­lich an­er­kannt, dass es über­haupt zu Zah­lun­gen ver­pflich­tet ist.

Aus­ge­kop­pelt wur­de die Nordirland-Fra­ge. Über die­se ver­han­deln Bar­niers Stell­ver­tre­te­rin Sa­bi­ne Weyand so­wie Mays Br­ex­itBe­ra­ter Oli­ver Rob­bins. Nach dem Br­ex­it wür­de die bri­ti­sche Pro­vinz durch ei­ne EU-Au­ßen­gren­ze vom Nach­barn Ir­land ge­trennt. Die iri­sche Re­gie­rung be­fürch­tet gra­vie­ren­de wirt­schaft­li­che Fol­gen und ein Wie­der­auf­flam­men des Nordirland-Kon­flikts.

Der bri­ti­sche Chef­ver­hand­ler Da­vis ver­ließ Brüs­sel schon am Vor­mit­tag we­gen Ter­mi­nen im Lon­do­ner Par­la­ment wie­der. Er wird am Don­ners­tag er­neut in Brüs­sel er­war­tet. Pre­mier­mi­nis­te­rin May sprach un­ter­des­sen ei­ne War­nung an ihr Ka­bi­nett aus, kei­ne Br­ex­it-De­tails an die Pres­se durch­zu­ste­chen. Man müs­se »in der La­ge sein, Ge­sprä­che über die Re­gie­rungs­po­li­tik ver­trau­lich zu füh­ren«, so ein Spre­cher.

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