Es fehlt an be­zahl­ba­ren Woh­nun­gen

Mi­nis­te­rin for­dert mehr En­ga­ge­ment von Kom­mu­nen

Neues Deutschland - - Wirtschaft – Soziales – Umwelt -

Ber­lin. Deutsch­land braucht min­des­tens 350 000 neue und vor al­lem be­zahl­ba­re Woh­nun­gen pro Jahr. Bun­des­bau­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) rief am Mon­tag vor al­lem Bun­des­län­der und Kom­mu­nen auf, sich stär­ker im Woh­nungs­bau zu en­ga­gie­ren. Der Deut­sche Städ­te­tag hin­ge­gen for­der­te mehr Geld vom Bund.

Hend­ricks zog ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz des Bünd­nis­ses für be­zahl­ba­res Woh­nen, in dem seit 2014 al­le am Woh­nungs­bau Be­tei­lig­ten an ei­nem Tisch sit­zen. Dank der »in­ten­si­ven und ver­trau­ens­vol­len Zu­sam­men­ar­beit« sei ei­ne »Trend­um­kehr« ge­schafft wor­den, er­klär­te die Mi­nis­te­rin. In den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren sei­en mehr als ei­ne Mil­li­on neue Woh­nun­gen fer­tig­ge­stellt wor­den.

Er­geb­nis die­ses Bünd­nis­ses war un­ter an­de­rem die Woh­nungs­bau­of­fen­si­ve, die das Ka­bi­nett im Früh­jahr 2016 be­schlos­sen hat­te. Der Bund ver­spricht da­mit, Bau­land be­reit­zu­stel­len und Grund­stü­cke ab­zu­ge­ben, und stock­te die Zu­schüs­se für den so­zia­len Woh­nungs­bau auf. Ei­ne neue Bau­ge­biets­ka­te­go­rie »Ur­ba­nes Ge­biet« mit we­ni­ger stren­gen Vor­ga­ben et­wa zu Lärm­schutz und Be­bau­ungs­dich­te soll zu­dem Bau­pro­jek­te in Städ­ten er­leich­tern.

Hend­ricks for­der­te, in den kom­men­den Jah­ren müss­ten die Län­der beim so­zia­len Woh­nungs­bau »noch ei­ne Schip­pe drauf­pa­cken«. Die Kom­mu­nen soll­ten die Bau­land­ent­wick­lung mit per­so­nel­len und fi­nan­zi­el­len Res­sour­cen vor­an­brin­gen. Die Mi­nis­te­rin lob­te, dass es knapp 90 lo­ka­le Bünd­nis­se für be­zahl­ba­re Woh­nun­gen ge­be, die »vie­ler­orts hel­fen, den Woh­nungs­bau zu stär­ken«.

Der Deut­sche Städ­te­tag hin­ge­gen er­klär­te, ge­bo­ten sei ei­ne In­ves­ti­ti­ons­zu­la­ge für den Bau preis­güns­ti­ger Miet­woh­nun­gen, ge­ge­be­nen­falls er­gänzt um ei­ne steu­er­li­che Son­der­ab­schrei­bung. Bau­wil­li­ge müss­ten ei­nen Zu­schuss zum Ei­gen­ka­pi­tal be­kom­men, Fa­mi­li­en ein Bau­kin­der­geld. Hier soll­te der Bund aber nicht mit der Gieß­kan­ne för­dern, son­dern vor al­lem jun­ge Fa­mi­li­en in Städ­ten mit an­ge­spann­tem Woh­nungs­markt, er­klär­te Städ­te­tags-Vi­ze­prä­si­dent Ul­rich Ma­ly (SPD).

Denn auf dem Land wird ei­ner Stu­die des In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) vom Ju­ni zu­fol­ge zu viel ge­baut – in den Städ­ten hin­ge­gen zu we­nig. Der Man­gel an klei­nen Woh­nun­gen ist dem­nach am gra­vie­rends­ten. IW-Im­mo­bi­li­en­ex­per­te Micha­el Voigt­län­der for­der­te in der »Rhei­ni­schen Post« vom Mon­tag da­her, vor al­lem die »Bau­land­po­ten­zia­le« in den Groß­städ­ten zu he­ben.

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