Le­ga­li­täts­prin­zip au­ßer Kraft

Zu »Stu­die: Se­xu­el­le Ge­walt an Kin­dern war Ta­bu-The­ma in der DDR«, 12.10., S. 7

Neues Deutschland - - Meinung -

Die fun­da­men­ta­le Aus­sa­ge, dass se­xu­el­le Ge­walt an Kin­dern in der DDR ein Ta­bu-The­ma ge­we­sen sei und es straf­recht­li­che Ver­fol­gung nur in Ein­zel­fäl­len ge­ge­ben hät­te, wird mit 250 ge­sich­te­ten Fäl­len be­legt, von de­nen 150 ge­nau­er aus­ge­wer­tet wur­den. Es wird der Ein­druck ver­mit­telt, dass Kri­mi­nal­po­li­zei, Staats­an­wäl­te und Rich­ter bei se­xu­el­ler Ge­walt das Le­ga­li­täts­prin­zip au­ßer Kraft ge­setzt hät­ten und nach Vor­ga­ben der Par­teiStaats­füh­rung oder in Ei­gen­zen­sur Straf­ver­fol­gung un­ter­las­sen hät­ten. Das ist ei­ne bös­ar­ti­ge Ver­leum­dung und hat mit der Rechts­wirk­lich­keit in der DDR nicht zu tun. Hans-Jür­gen Jo­seph (ehe­ma­li­ger DDR-Staats­an­walt), Per E-Mail

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