Sym­bo­lisch auf Dis­tanz

Aert van Riel zum Streit über die neue Sitz­ord­nung im Bun­des­tag

Neues Deutschland - - Meinung -

Es ist ei­ne sym­bo­li­sche Dis­tan­zie­rung von der AfD. Kei­ne der im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en will ne­ben den rech­ten Par­la­ments­neu­lin­gen Platz neh­men. Des­we­gen war es auch so schwie­rig, sich auf ei­ne neue Sitz­ord­nung im Bun­des­tag zu ei­ni­gen. Dass es nun zu­nächst die FDP ge­trof­fen hat, die zwi­schen Uni­on und AfD sit­zen soll, ent­spricht al­ler­dings ei­ner ge­wis­sen Lo­gik. Denn in­halt­lich un­ter­schei­den sich die Frei­en De­mo­kra­ten kaum von Po­li­ti­kern der AfD, die et­wa von der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Ali­ce Wei­del ver­tre­ten wer­den. Die­se ste­hen eben­so wie die FDP für ei­ne neo­li­be­ra­le Wirt­schafts­po­li­tik und emp­fin­den ei­ne star­ke Ab­nei­gung ge­gen­über Men­schen, für die es auf dem Ar­beits­markt kei­ne Ver­wen­dung gibt. Es ist nicht ver­wun­der­lich, dass sich in sol­chen Par­tei­en auch la­ten­te und of­fe­ne Ras­sis­ten tum­meln.

Aber auch die Uni­on hät­te sich den Platz ne­ben der AfD in­zwi­schen red­lich ver­dient. Die Ei­ni­gung von CDU und CSU auf ei­ne Ober­gren­ze, die aber nicht so ge­nannt wer­den darf, steht sym­bo­lisch für die Po­li­tik der Schwes­ter­par­tei­en, mög­lichst vie­le Schutz­su­chen­de von der Bun­des­re­pu­blik fern­zu­hal­ten. Der Drang zur Mit­te ist nur er­kenn­bar, wenn es um die Sitz­ord­nung im Par­la­ment geht. In­halt­lich be­wegt sich die Mehr­heit der Bun­des­tags­par­tei­en der­zeit nach rechts.

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