Ge­den­ken im Ein­klang mit An­woh­nern

Neues Deutschland - - Brandenburg - Von Andre­as Frit­sche

Bür­ger­initia­ti­ve er­klärt, ihr Vor­schlag lau­fe nicht auf mehr Ein­gän­ge zur KZ-Ge­denk­stät­te Sach­sen­hau­sen hin­aus. Die An­woh­ner­initia­ti­ve »Ge­denk­stät­te Sach­sen­hau­sen – Ge­den­ken im Ein­klang mit dem Le­ben« (AWI) hat der Darstel­lung wi­der­spro­chen, ih­re Vor­schlä­ge wür­den auf zu­sätz­li­che Ein­gän­ge hin­aus­lau­fen. Die Stif­tung Bran­den­bur­gi­sche Ge­denk­stät­ten müss­te kein zu­sätz­li­ches Be­su­cher­zen­trum er­rich­ten und al­so auch kein ex­tra Per­so­nal ab­stel­len, be­tont AWI-Spre­che­rin Wal­traut Kri­en­ke am Frei­tag.

Die 92 An­woh­ner, die sich in der Initia­ti­ve en­ga­gie­ren, är­gern sich über den Lärm, wenn Li­ni­en­und Rei­se­bus­se über die hol­pe­ri­ge Stra­ße der Na­tio­nen und an­de­re Zu­fahr­ten rum­peln, und über war­ten­de Rei­se­bus­se, die den Weg ver­sper­ren oder de­ren Fah­rer im Som­mer auf dem Park­platz we­gen der Kli­ma­an­la­ge stun­den­lang den Mo­tor lau­fen las­sen.

Die Initia­ti­ve kön­ne sich vor­stel­len, dass die Li­ni­en­bus­se ih­re Fahr­gäs­te schon vor der Stra­ße der Na­tio­nen an der Stra­ße der Ein­heit raus­las­sen be­zie­hungs­wei­se dort auf­neh­men. Die Leu­te müss­ten dann noch rund 400 Me­ter lau­fen. Die Rei­se­bus­se könn­ten Be­su­cher­grup­pen am Hein­richGr­über-Platz ab­set­zen und spä­ter wie­der dort ab­ho­len. Die Be­su­cher­grup­pen müss­ten ei­nen Fuß­weg zum be­ste­hen­den Ein­gang der Ge­denk­stät­te neh­men, ein zwei­ter Ein­gang wä­re nicht er­for­der­lich, sagt Kri­en­ke. Die Bus­se könn­ten auf ei­ner her­zu­rich­ten­den Bra­che an der Fach­hoch­schu­le der Po­li­zei war­ten. Das wä­re auch ei­ne Lö­sung, wenn die Ge­denk­stät­te statt der ak­tu­ell 700 000 Be­su­cher im Jahr ein­mal ei­ne Mil­li­on Gäs­te oder mehr zäh­len wür­de, fin­det Kri­en­ke »Der Stif­tungs­di­rek­tor sagt im­mer, es geht nicht«, be­dau­ert sie. »Wir fra­gen uns: Ist das über­haupt rich­tig durch­dacht wor­den?«

Kri­en­ke ist be­wusst, dass es hier um ein sen­si­bles The­ma geht. Sie be­teu­ert, die Ge­denk­stät­te sei wich­tig, die Initia­ti­ve wol­le die Be­su­cher­strö­me kei­nes­wegs ein­schrän­ken, son­dern bloß um­len­ken. Gä­be es An­woh­ner mit rech­ten An­sich­ten, wür­de man die­se nicht mit­ma­chen las­sen, ver­si­chert Kri­en­ke.

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