Sprecht mit­ein­an­der!

Neues Deutschland - - Berlin - Jé­rô­me Lom­bard lobt den Aka­de­mi­schen Se­nat der HU. Foto: nd/An­ja Mär­tin

Das war schon ei­ni­ger­ma­ßen über­ra­schend: Der Aka­de­mi­sche Se­nat der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät hat ei­nen An­trag des Prä­si­di­ums zur nach­träg­li­chen Le­ga­li­sie­rung der seit Jah­ren gän­gi­gen Pra­xis, nach der Stu­den­ti­sche Hilfs­kräf­te Tä­tig­kei­ten in nicht-wis­sen­schaft­li­chen Be­rei­chen über­neh­men, nicht be­schlos­sen. Da­mit hat das Hoch­schul­gre­mi­um ei­ner­seits ge­zeigt, dass es kei­nes­wegs nur ei­ne blo­ße Feed­back­run­de für die Uni-Lei­tung ist, son­dern ein wich­ti­ger Be­stand­teil der de­mo­kra­ti­schen Mit­be­stim­mung an den Hoch­schu­len. An­de­rer­seits zwingt die Ent­schei­dung des Aka­de­mi­schen Se­nats das Prä­si­di­um da­zu, mit den Per­so­nal­rä­ten über ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung der Per­so­nal­po­li­tik zu spre­chen. Es gilt, ge­mein­sam Lö­sun­gen zu fin­den, statt mit ei­ner frag­wür­di­gen Be­ru­fung auf die Er­pro­bungs­klau­sel im Ber­li­ner Ho­chul­ge­setz ein­sei­tig Fak­ten zu schaf­fen. Denn klar ist auch: An der seit Jah­ren be­trie­be­nen Pra­xis der nicht-wis­sen­schaft­li­chen Be­schäf­ti­gung von Stu­die­ren­den wird sich auch durch die Ent­schei­dung des Aka­de­mi­schen Se­nats so schnell nichts än­dern. Das Pro­blem ist da­bei nicht die Er­pro­bungs­klau­sel, die es den Ber­li­ner Hoch­schu­len seit 1998 er­mög­licht, neue Mo­del­le der Or­ga­ni­sa­ti­on und Fi­nan­zie­rung zu er­pro­ben, wenn sie dem Ziel ei­ner Ver­ein­fa­chung der Ent­schei­dungs­pro­zes­se und ei­ner Ver­bes­se­rung der Wirt­schaft­lich­keit die­nen. Die Be­schäf­ti­gungs­si­tua­ti­on an den Hoch­schu­len kann nur so gut sein, wie die Rah­men­be­din­gun­gen. Und wie wich­tig Bil­dung dem Se­nat ist.

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