Di­gi­ta­le Frei­heit

Si­mon Po­el­chau meint, dass es di­gi­ta­les Bar­geld braucht

Neues Deutschland - - Meinung -

Die Bun­des­bank ist im Eu­ro-No­ten­ban­ken-En­sem­ble be­kannt­lich ei­ne der größ­ten Ver­fech­te­rin­nen des Bar­gel­des. Schließ­lich wird hier­zu­lan­de noch ger­ne mit Mün­zen und Schei­nen be­zahlt, wie ei­ne Stu­die der Bun­des­bank zeigt. Laut Vor­stand­mit­glied Carl-Lud­wig Thie­le liegt der Grund hier­für auf der Hand: »Bar­geld ist ge­präg­te Frei­heit.«

In der Tat stimmt, dass Bar­geld im Ge­gen­satz zu Über­wei­sun­gen et­wa kei­ne Spu­ren hin­ter­lässt. Das macht gro­ße Sum­men von gro­ßen Schei­nen zu idea­len Werk­zeu­gen der Schat­ten­wirt­schaft wie dem or­ga­ni­sier­ten Dro­gen­han­del. Gleich­zei­tig schafft es ei­ne An­ony­mi­tät, die si­cher­lich auch Men­schen zu schät­zen wis­sen, die nichts mit or­ga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät oder Geld­wä­sche zu tun ha­ben. Doch in Zei­ten der Di­gi­ta­li­sie­rung wird im­mer mehr im In­ter­net ge­kauft. Da stellt sich die Fra­ge, ob mei­ne Bank oder der Staat prin­zi­pi­ell wis­sen muss, wo­für ich mein Geld auf den Kopf haue. Si­cher­lich nicht. Des­we­gen soll­te die Bun­des­bank nicht nur ver­su­chen, das Bar­geld zu ver­tei­di­gen. Denn dies al­lein ist nicht mehr zeit­ge­mäß. Statt­des­sen braucht es in Zei­ten von Big Da­ta so et­was wie ein di­gi­ta­les Bar­geld, das an­ony­mes Be­zah­len im Netz er­laubt.

Un­ge­ach­tet der Kri­tik an den zu­letzt zur Spe­ku­la­ti­ons­bla­se ver­kom­me­nen Bit­co­ins – die­se wa­ren ein ers­ter Ver­such da­zu.

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