Ge­fähr­li­che Schief­la­ge

Neues Deutschland - - Berlin -

Es sind im­men­se Sum­men, die im ver­gan­ge­nen Jahr al­lein in Ber­lin durch Steu­er­prü­fun­gen bei so­ge­nann­ten Ein­kom­mens­mil­lio­nä­ren zu­sam­men­ka­men: Über 5,5 Mil­lio­nen Eu­ro Mehr­ein­nah­men durch die Über­prü­fung von nur 67 Men­schen. Auf ganz Deutsch­land be­zo­gen wür­de dies ein Plus von meh­re­ren Hun­dert Mil­lio­nen Eu­ro be­deu­ten. Geld, das in vie­len so­zia­len Be­rei­chen drin­gend ge­braucht wird. Den­noch ist die Zahl der Au­ßen­prü­fun­gen bei Ein­kom­mens­mil­lio­nä­ren seit Jah­ren rück­läu­fig – und das nicht nur in Ber­lin. In ei­nem Land, in dem rund zwei Drit­tel der Be­völ­ke­rung über kein oder nur sehr ge­rin­ges Ver­mö­gen ver­fü­gen, wäh­rend die obe­ren zehn Pro­zent der Haus­hal­te über die Hälf­te des Net­to­ver­mö­gens be­sit­zen, ist ei­ne Steu­er­prüf­quo­te von nur 15 Pro­zent bei den Reichs­ten die­ser Ge­sell­schaft nur schwer zu ver­mit­teln.

Kein Wun­der, dass Deutsch­land im ak­tu­el­len Ran­king der größ­ten Steu­er­oa­sen den sieb­ten Platz be­legt. Die­se Stand­ort­po­li­tik für Rei­che un­ter­gräbt nicht nur das Fun­da­ment der so­zia­len Markt­wirt­schaft son­dern birgt auch je­de Men­ge so­zia­len Spreng­stoff. Um­so er­freu­li­cher al­so, dass un­ter der rot-rot-grü­nen Re­gie­rung die Zahl der Au­ßen­prü­fun­gen wie­der an­steigt. Sie wä­re gut be­ra­ten, die­sen Kurs wei­ter zu ver­fol­gen – so­wohl im In­ter­es­se ih­res Haus­halts als auch des so­zia­len Frie­dens.

Fo­to: nd/An­ja Mär­tin

über stren­ge­re Kon­trol­len von Mil­lio­nä­ren Ma­rie Frank

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