Eklat mit Po­len

Streit in EU um Um­set­zung der Grund­rech­te-Char­ta

Neues Deutschland - - Politik -

Lu­xem­burg. Bei Be­ra­tun­gen über die Um­set­zung der eu­ro­päi­schen Grund­rech­te-Char­ta ist es am Don­ners­tag im Kreis der EU-Jus­tiz­mi­nis­ter zum Eklat mit Po­len ge­kom­men. Das Land pro­tes­tier­te nach An­ga­ben von Di­plo­ma­ten ge­gen ei­nen Hin­weis auf die Dis­kri­mi­nie­rung von Schwu­len und Les­ben und trug ei­ne ge­plan­te Er­klä­rung der Mi­nis­ter nicht mit. Der ös­ter­rei­chi­sche Ver­fas­sungs­mi­nis­ter Jo­sef Mo­ser be­stä­tig­te den Vor­gang am Abend. Ei­ni­ge Ver­tre­ter hät­ten es als Schan­de be­zeich­net, dass man sich nicht auf ei­ne ge­mein­sa­me Po­si­ti­on beim The­ma Grund­rech­te ei­ni­gen konn­te. »Das ist ein prä­ze­denz­lo­ser Vor­gang«, so Teil­neh­mer. Po­len be­grün­de­te sein Ve­to da­mit, dass in der Er­klä­rung nicht auch der Schutz für Chris­ten und Ju­den vor Dis­kri­mi­nie­rung »in glei­cher Wei­se wie LGBT-Per­so­nen, Kin­der von Im­mi­gran­ten oder Frau­en« be­tont wor­den sei. Po­len steht seit knapp ei­nem Jahr we­gen mög­li­cher Ge­fähr­dung von EUGrund­wer­ten am Pran­ger. Die Brüs­se­ler EU-Kom­mis­si­on hat ein Rechts­staats­ver­fah­ren er­öff­net.

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