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Die per­ma­nen­te Ver­wen­dung des Wor­tes »Ei­gent­lich« lässt dar­auf schlie­ßen, dass wir in ei­ner sehr un­ei­gent­li­chen Zeit le­ben: Ei­gent­lich soll­ten Bahn­hö­fe der An- und Ab­fahrt statt der schnel­len Kon­sum­zu- und -ab­fuhr die­nen – ganz un­ei­gent­lich nennt selbst die Bahn ih­re Schau­fens­ter »Ein­kaufs­bahn­hö­fe«. Ei­gent­lich ist Fried­rich Merz ein har­ter mäh­nen­we­hen­der sau­er­län­di­scher Mo­fa-Re­bell – statt­des­sen will er jetzt als schwar­zes Fels­lein mal zei­gen, wie das mit der markt­kon­for­men De­mo­kra­tie so ganz oh­ne An­stands­fes­seln und Fri­sur zu lau­fen hat. Ei­gent­lich ist das al­les sehr trau­rig. Ei­gent­lich kann man dar­über nur noch la­chen. Schon ei­gen­ar­tig, die­ses Wört­chen »ei­gent­lich«. Ei­gent­lich. Denn die Ei­gen­art des­sel­ben ist es ja ei­gen­ar­ti­ger­wei­se ge­ra­de, ziem­lich un­ar­ti­ger­wei­se im­mer ge­nau das zu sug­ge­rie­ren, was »ei­gent­lich« ei­gent­lich ge­nau nicht meint. So kommt man ei­gent­lich im­mer ei­nen Ge­dan­ken zu spät. Al­so ei­gent­lich zu früh. Die ei­gent­li­che Lö­sung: un­ei­gent­lich auf­hö­ren.

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