Fa­sa­nen­stra­ße

Neues Deutschland - - Hauptstadtregion -

Ne­ben der Neu­en Sy­nago­ge in Mit­te war die von dem Ar­chi­tek­ten Eh­ren­fried Hes­sel ent­wor­fe­ne und 1912 ein­ge­weih­te li­be­ra­le Sy­nago­ge in der Fa­sa­nen­stra­ße in Char­lot­ten­burg das be­rühm­tes­te jü­di­sche Got­tes­haus Ber­lins. Der drei­schif­fi­ge Mo­nu­men­tal­bau mit Ton­nen­ge­wöl­be und meh­re­ren Kup­peln im by­zan­ti­ni­schen Stil war sei­ner­zeit nicht nur in Deutsch­land, son­dern in ganz Eu­ro­pa be­kannt. Die Sy­nago­ge bot Platz für bis zu 2000 Gläu­bi­ge.

In der Reichs­po­grom­nacht stürm­ten mit Ei­sen­stan­gen und Knüp­peln be­waff­ne­te SA-Män­ner die Sy­nago­ge und leg­ten Feu­er. Von Pas­san­ten her­bei­ge­ru­fe­ne Po­li­zei­ein­hei­ten grif­fen nicht ein. Die Feu­er­wehr wur­de von der SA am Lö­schen der Flam­men ge­hin­dert. Die Sy­nago­ge wur­de in der Nacht vom 9. auf den 10. No­vem­ber schwer be­schä­digt und brann­te aus. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Ge­bäu­de durch Bom­ben wei­ter zer­stört. In den Jah­ren 1957/58 wur­de die Rui­ne voll­stän­dig ab­ge­ris­sen.

Am ehe­ma­li­gen Stand­ort der Sy­nago­ge bau­ten Die­ter Knob­lauch und Hans Hei­se 1958/60 das Jü­di­sche Ge­mein­de­haus für die Ge­mein­de im da­ma­li­gen West-Ber­lin. Mit der Jü­di­schen Volks­hoch­schu­le, ei­ner mehr­spra­chi­gen Bi­b­lio­thek so­wie ei­nem viel­fäl­ti­gen Ver­an­stal­tungs­pro­gramm ist das Haus heu­te ei­ner der Mit­tel­punk­te des jü­di­schen Le­bens in der Haupt­stadt.

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