Düp­pel­stra­ße

Neues Deutschland - - Hauptstadtregion -

Als die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten im Ja­nu­ar 1933 an die Macht ka­men, leb­ten in Ste­glitz im Süd­wes­ten Ber­lins mehr als 3000 Ju­den. Seit 1897 gab es in der Berg­stra­ße 22 (heu­te Düp­pel­stra­ße 41) ei­ne klei­ne Sy­nago­ge. Ge­grün­det wur­den sie von meh­re­ren Fa­mi­li­en, die sich zum Re­li­giö­sen Ver­ein jü­di­scher Glau­bens­ge­nos­sen zu­sam­men­ge­schlos­sen hat­ten. Stif­ter der Sy­nago­ge war der jü­di­sche Kauf­mann Mo­ses Wol­fen­stein. Die­ser hat­te ei­nen Stall auf sei­nem Grund­stück zum Got­tes­haus um­bau­en las­sen.

In der Reichs­po­grom­nacht am 9. No­vem­ber wur­de die Sy­nago­ge von SA-Ein­hei­ten ver­wüs­tet und aus­ge­raubt. Da sich das Ge­bäu­de in ei­nem dicht­be­wohn­ten Vier­tel und in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zu ei­ner Tisch­le­rei be­fand, wur­de das Got­tes­haus je­doch nicht in Brand ge­steckt. Das Grund­stück wur­de von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten »ari­siert«, die ehe­ma­li­ge Sy­nago­ge als La­ger­raum ge­nutzt. 1946 wur­den die Räu­me der Sy­nago­ge zur Pri­vat­nut­zung in­stand ge­setzt. Heu­te steht das Ge­bäu­de un­ter Denk­mal­schutz, ist aber für die Öf­fent­lich­keit nicht zu­gäng­lich. Das ehe­ma­li­ge Ein­gangs­por­tal ist bis heu­te sicht­bar.

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