Ora­ni­en­bur­ger Stra­ße

Neues Deutschland - - Hauptstadtregion -

Die Neue Sy­nago­ge in der Ora­ni­en­bur­ger Stra­ße 30 in Mit­te ge­hört mit ih­rer weit­hin sicht­ba­ren Kup­pel zu den Wahr­zei­chen der Stadt. Im mau­ri­schen Stil wur­de sie zwi­schen 1859 und 1866 nach den Ent­wür­fen des Ber­li­ner Ar­chi­tek­ten Edu­ard Knob­lauch er­baut. Als Vor­bild dien­te die Al­ham­bra von Gra­na­da. Mit der Er­öff­nung galt das Bau­werk als die da­mals größ­te Sy­nago­ge in Deutsch­land. Sie war ein Zen­trum des re­form­ori­en­tier­ten Ju­den­tums.

Am 9. No­vem­ber 1938 stürm­ten Trupps von SA-Män­nern in die Neue Sy­nago­ge und leg­ten Feu­er. Doch das Ge­bäu­de konn­te in der Nacht vor grö­ße­ren Zer­stö­run­gen be­wahrt wer­den. Das lag am be­herz­ten Ein­grei­fen des Vor­ste­hers des zu­stän­di­gen Po­li­zei­re­viers Wil­helm Krütz­feld. Mit vor­ge­hal­te­ner Pis­to­le zwang er zu­sam­men mit wei­te­ren Be­am­ten die ma­ro­die­ren­den SA-Män­ner zum Ver­las­sen des Ge­bäu­des. Krütz­feld stell­te die Sy­nago­ge un­ter po­li­zei­li­chen Schutz und be­or­der­te die Feu­er­wehr zur Brand­stel­le. Krütz­feld wur­de für sei­ne mu­ti­ge Zi­vil­cou­ra­ge vom da­ma­li­gen Po­li­zei­prä­si­den­ten ge­maß­re­gelt. Här­te­re Sank­tio­nen blie­ben aus.

Bei ei­nem Bom­ben­an­griff 1943 wur­de die Neue Sy­nago­ge schwer be­schä­digt und brann­te aus. Mit Grün­dung der Stif­tung »Neue Sy­nago­ge - Cen­trum Ju­dai­cum« be­gann 1988 der Wie­der­auf­bau des Fas­sa­den­flü­gels. Heu­te sind in dem Ge­bäu­de ei­ne Aus­stel­lung so­wie Bü­ro­räu­me der Jü­di­schen Ge­mein­de un­ter­ge­bracht.

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