Spit­zen­er­geb­nis­se von Par­tei­en in Bay­ern

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Dormagen) - - VORDERSEITE -

CSU

Bay­ern war jahr­zehn­te­lang fest in CSU-Hand. Seit 1946 er­ziel­te die Par­tei bei zehn Land­tags­wah­len Wah­l­er­geb­nis­se über 50 Pro­zent. Den höchs­ten Wert er­reich­te Al­fons Gop­pel 1974 mit 62,1 Pro­zent, den zweit­höchs­ten Ed­mund Stoi­ber mit 60,7 Pro­zent im Jahr 2003.

SPD

Die So­zi­al­de­mo­kra­ten stell­ten zu­letzt mit Wil­helm Ho­eg­ner den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, mit dem sie 1954 auf 28,1 Pro­zent ka­men. Das bes­te Er­geb­nis hol­te aber Volk­mar Ga­bert mit 35,8 Pro­zent im Jahr 1966.

Grü­ne

Die Öko­par­tei trat erst­mals – chan­cen­los – 1978 in Bay­ern an. 1986 schaff­te sie den Sprung in den Land­tag. Ihr bis­he­ri­ges Spit­zen­er­geb­nis er­reich­te sie 2008 mit 9,4 Pro­zent.

FDP

Die Li­be­ra­len zo­gen 2008 mit ih­rem bis­her bes­ten Er­geb­nis von acht Pro­zent ins Par­la­ment und da­mit auch in die Re­gie­rung ein.

Freie Wäh­ler

Sie ka­men 2008 erst­mals in den Land­tag – und das gleich mit 10,2 Pro­zent.

Lin­ke

Sie kan­di­dier­te bis­her zwei­mal ver­geb­lich.

AfD

Sie tritt am Sonn­tag erst­mals in Bay­ern an. Die Han­dy­trä­ger ma­chen da­von schnell ein Fo­to. Aber spä­tes­tens da­heim stellt sich die Fra­ge, ob es wirk­lich nor­mal ist, ei­ne Be­wäs­se­rung Mit­te Ok­to­ber.

Wer traut sich, das Wort „Jahr­hun­dert­som­mer“in den Mund zu neh­men, oh­ne nicht um­ge­hend ir­gend­ei­ne Be­mer­kung oder zu­min­dest den Ge­dan­ken fol­gen zu las­sen über den viel­leicht schon ein­ge­tre­te­nen oder be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wan­del? Das Wort ist al­so ver­däch­tig ge­wor­den und hat – et­was pa­the­tisch for­mu­liert – sei­ne Un­schuld ver­lo­ren. Denn wäh­rend wir die Herbst­wär­me ge­nie­ßen, stürmt es an­dern­orts macht­voll auf die­ser Welt und rie­si­ge Flut­wel­len for­dern Men­schen­le­ben. Das al­les spielt sich weit weg von uns ab und könn­te den­noch viel mit uns und un­se­rer Art zu le­ben zu tun ha­ben.

Die gro­ße Dis­tanz ist es, die un­ser Be­dro­hungs­be­wusst­sein klein hält und un­ser Ver­hal­ten dem­ent­spre­chend nur mä­ßig be­ein­flusst. Noch sind es Wör­ter, de­nen wir mit zu­neh­men­der Skep­sis be­geg­nen: dem gol­de­nen Herbst, der so gol­den wahr­schein­lich nicht ist; dem In­dian Sum­mer, der viel von sei­ner Poe­sie ein­ge­büßt hat. Ein ver­rück­tes Wet­ter? Auf je­den Fall – im Sin­ne von ver-rückt.

FO­TO: DPA

See­ho­fer und Sö­der – meis­tens nicht der­sel­ben Mei­nung.

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