Ca­ri­tas macht auf Woh­nungs­not auf­merk­sam

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Dormagen) - - GREVENBROICH - VON CARS­TEN SOMMERFELD

GRE­VEN­BROICH Die Ca­ri­tas zieht am Di­ens­tag, 16. Ok­to­ber, auf den Gre­ven­broi­cher Marktplatz. Im Frei­en wird ein Wohn­zim­mer mit Tep­pich, So­fa, Tisch und Lam­pe auf­ge­baut. „Das wird aus­se­hen, als wür­de je­mand auf der Stra­ße woh­nen“, sagt Jür­gen Mau­kel, Fach­be­reichs­lei­ter der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe des Ca­ri­tas­ver­ban­des Rhein-Kreis Neuss.

Von 11.30 bis 14.30 Uhr wird der „Hin­gu­cker“zu se­hen sein, die In­fo-Ak­ti­on ist Teil der bun­des­wei­ten Ca­ri­tas-Kam­pa­gne „Je­der Mensch braucht ein Zu­hau­se“. „Die Kam­pa­gne will auf das Pro­blem der Woh­nungs­not auf­merk­sam ma­chen“, er­läu­tert Mau­kel. In Deutsch­land feh­le ei­ne Mil­li­on Woh­nun­gen. „Es man­gelt vor al­lem an be­zahl­ba­ren, klei­nen Woh­nun­gen für Ein- oder Zwei-Per­so­nen-Haus­hal­te.“Be­zahl­ba­rer Wohn­raum wer­de auch in Gre­ven­broich zur Man­gel­wa­re, er­klärt die Ca­ri­tas. „Das sorgt bei Be­trof­fe­nen für Frus­tra­ti­on und ge­fähr­det den so­zia­len Zu­sam­men­halt.“Der Ver­band will nicht nur mit Pas­san­ten ins Ge­spräch kom­men, auch Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und Stadt­ver­wal­tung sind ein­ge­la­den. Ca­ri­tas-Mit­ar­bei­ter in­for­mie­ren zu­dem über die Frau­en­be­ra­tungs- und Kon­takt­stel­le „Frau-Ke“, die sich um von Ar­mut be­droh­te Frau­en küm­mert.

Auch in Gre­ven­broich be­ob­ach­tet die Ca­ri­tas, dass Woh­nungs­su­che für vie­le schwie­ri­ger wird. Die ers­te Fra­ge des Ver­mie­ters sei oft, „wo der In­ter­es­sier­te ar­bei­tet“, sagt Mau­kel. Lau­te die Ant­wort „Ich bin ar­beits­los“, wür­den die Chan­cen stark sin­ken. Ein wei­te­res Pro­blem sei für vie­le, ei­ne Woh­nung zu ei­ner Mie­te zu fin­den, die un­ter­halb der fest­ge­setz­ten An­ge­mes­sen­heits­gren­ze für Hartz-IV-Emp­fän­ger lie­ge.

Mau­kel be­rich­tet, dass die Ca­ri­tas bei „Frau-ke“und in der Fach­be­ra­tungs­stel­le „FAKT“für Män­ner rund 150 Men­schen ei­ne Post­da­dres­se bie­tet. Die­se wür­den in pre­kä­ren Wohn­ver­hält­nis­sen oh­ne ei­ge­ne pos­ta­li­sche Er­reich­bar­keit le­ben. „Sie le­ben et­wa bei Be­kann­ten und las­sen die Post zu uns schi­cken, um bei­spiels­wei­se für Be­hör­den er­reich­bar zu sein.“

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