Aus Steu­er­sä­ckel

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Grevenbroich) - - Leserbriefe - Pe­ter Jan­sen Ue­dem

Herr Mi­chels, Sie ha­ben gut ana­ly­siert und Ih­re Auf­for­de­rung, „Bür­ger, geht auf die Stra­ßen“(RP vom 25. Mai) oder auch auf die Bar­ri­ka­den, ist gold­rich­tig! Die Steu­er­gier der deut­schen Re­gie­rung ist mehr als be­kla­gens­wert, zu­mal es zu­al­ler­meist die „über­sicht­li­chen“Ein­kom­men be­trifft, denn die gro­ßen (Ka­pi­tal-)Ein­künf­te wur­den ja durch den da­ma­li­gen SPD-Fi­nanz­mi­nis­ter St­ein­brück durch die Ab­gel­tungs­teu­er ent­las­tet. Ich hät­te für die Steu­er­gier et­was Ver­ständ­nis, wenn der Staat auch sei­nen Ver­pflich­tun­gen nach­kä­me, die da wä­ren: die Müt­ter­ren­te nicht aus der Ren­ten­kas­se be­zah­len zu las­sen, son­dern aus dem Steu­er­auf­kom­men, denn es han­delt sich um ei­ne ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be, wo­mit die Ren­ten-Ver­si­cher­ten nichts zu tun ha­ben. Oder die ge­ra­de vom neu­en Ge­sund­heits­mi­nis­ter an­ge­droh­ten Kos­ten für 13.000 neue Pfle­ge­kräf­te in Mil­li­ar­den­hö­he, die aus den Kas­sen der GKV ge­klaut wer­den sol­len, ob­wohl auch die­se Kos­ten ge­sell­schaft­li­che Ver­pflich­tun­gen sind. Die Re­ser­ven der GKV-Kas­sen müs­sen blei­ben, wo sie sind, denn die nächs­ten Kos­ten­an­pas­sun­gen im Ge­sund­heits­we­sen sind so si­cher wie das Amen in der Kir­che. Es könn­te ei­ne Stern­stun­de für den neu­en SPD-Fi­nanz­mi­nis­ter wer­den, wenn er sich ge­ra­de bei sol­chen Aus­ga­ben end­lich auf die Sei­te der ar­bei­ten­den Bür­ger schla­gen wür­de und ge­sell­schaft­li­che Aus­ga­ben aus dem Steu­er­sä­ckel fi­nan­ziert. Auf die­se Art und Wei­se könn­te ganz ne­ben­bei die SPD deut­lich ma­chen, wo­für das „S“bei SPD steht.

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