Schul­den nicht ver­schwei­gen

Wer den Ver­mie­ter an­lügt, setzt den Miet­ver­trag aufs Spiel.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Grevenbroich) - - Köln Kompakt -

(tmn) Müs­sen Woh­nungs­be­wer­ber ei­nen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len, soll­ten sie dar­in kei­ne fal­schen An­ga­ben über ih­re fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on ma­chen. Ha­ben sie et­wa bei der Fra­ge nach über­fäl­li­gen Ver­pflich­tun­gen Schul­den ver­schwie­gen, kann der Ver­mie­ter den un­ter­schrie­be­nen Miet­ver­trag an­fech­ten. Das geht aus ei­nem Ur­teil des Land­ge­richts Ber­lin her­vor (Az.: 63 S 163/17). Im kon­kre­ten Fall hat­ten die Mie- ter auf die Fra­ge nach of­fe­nen fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen im Bo­gen mit Nein ge­ant­wor­tet. Doch be­reits ei­ni­ge Zeit vor der Miet­ver­trags­un­ter­zeich­nung hat­ten sie ei­ne ei­des­statt­li­che Ver­si­che­rung zur Ver­mö­gens­si­tua­ti­on ab­ge­ge­ben. Das fand der Ver­mie­ter Jah­re spä­ter durch De­tek­ti­ve her­aus.

Die Mie­ter woll­ten zu dem Zeit­punkt die Mie­te we­gen Schim­mel und Feuch­tig­keit min­dern und ver­lang­ten au- ßer­dem, dass die­ser Scha­den be­ho­ben wird. Der Ver­mie­ter focht den Miet­ver­trag an. Sei­ne Be­grün­dung: Er sei von den Mie­tern arg­lis­tig über de­ren Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se ge­täuscht wor­den. Er ver­lang­te die Räu­mung.

Die Rich­ter ga­ben dem Ver­mie­ter Recht. Der Ver­trag sei durch die we­gen arg­lis­ti­ger Täu­schung er­klär­te An­fech­tung er­lo­schen. An­spruch auf Miet­min­de­rung ge­be es nicht.

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