RWE will von Städ­ten Mil­lio­nen an Steu­ern zu­rück

Der RWE-Ge­winn bricht wei­ter ein. Kommt die Kli­ma­ab­ga­be, ste­hen 17 Kraft­wer­ke und zwei Ta­ge­baue vor dem Aus.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - WIRTSCHAFT -

ESSEN (abu/anh/hüw/lue-) RWE strei­tet mit NRW-Kom­mu­nen über Mil­lio­nen an Ge­wer­be­steu­er. Nach­dem ei­ne Be­triebs­prü­fung für die Jah­re 2004 bis 2008 er­ge­ben hat, dass RWE ei­nen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen-Be­trag an di­ver­se Kom­mu­nen nach­zah­len muss, will der Kon­zern dies zwar noch im Mai tun. Zu­gleich teil­te er den be­trof­fe­nen Kom­mu­nen aber mit, dass man ge­gen den Steu­er­be­scheid Ein­spruch ein­ge­legt hat, wie ei­ne RWE-Spre­che­rin auf An­fra­ge er­läu­ter­te. Ge­ge­be­nen­falls wer­de man die­se Fra­ge vor dem Fi­nanz­ge­richt klä­ren müs­sen. Im Sin- ne ei­ner part­ner­schaft­li­chen Zu­sam­men­ar­beit ha­be man den Kom­mu­nen das Rück­zah­lungs­ri­si­ko mit­ge­teilt, so dass sie dies in ih­ren Haus­hal­ten be­rück­sich­ti­gen kön­nen, so die Spre­che­rin.

Die Be­trä­ge sind höchst un­ter­schied­lich. Für die Stadt In­den (Kreis Dü­ren) geht es um ei­nen Be­trag von 20 Mil­lio­nen Eu­ro. In Eschwei­ler bei Aa­chen sind es rund fünf Mil­lio­nen Eu­ro, und für die klei­ne Ge­mein­de Titz (Kreis Dü­ren) sind es rund 80000 Eu­ro. Die un­ter Haus­halts­si­che­rung ste­hen­de Ge­mein­de Grevenbroich hat­te ei- gent­lich auf ei­ne Nach­zah­lung von 20 bis 30 Mil­lio­nen Eu­ro ge­hofft. Be­ob­ach­ter schät­zen, dass es bei Jü­chen um sie­ben Mil­lio­nen geht. Ei­ne of­fi­zi­el­le Stel­lung­nah­me der Kom­mu­nen war mit Ver­weis auf das Steu­er­ge­heim­nis nicht zu er­hal­ten.

RWE braucht der­zeit je­den Eu­ro. Im ers­ten Quar­tal ist der Ge­winn um 5,1 Pro­zent auf 1,6 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­fal­len. Die Koh­le- und Gas­kraft­wer­ke ver­die­nen im­mer we­ni­ger. Hier brach der Ge­winn um fast 25 Pro­zent auf 428 Mil­lio­nen ein, wie Fi­nanz­vor­stand Bern­hard Gün­ther mit­teil­te. Grund sind die wei­ter fal­len­den Strom­prei­se. Mit­ar­bei­ter müs­sen sich auf wei­te­re Ein­spa­run­gen ein­stel­len. „Die lau­fen­den Ef­fi­zi­enz­pro­gram­me wer­den auf Dau­er nicht aus­rei­chen“, so Gün­ther.

Soll­te die von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el ge­plan­te Kli­ma­ab­ga­be auf al­te Koh­le-Kraft­wer­ke in der vor­ge­se­he­nen Form kom­men, wird al­les noch schlim­mer. „Dann sind 17 von 20 un­se­rer Kraft­werks-Blö­cke in ih­rer Exis­tenz be­droht“, sag­te Gün­ther wei­ter. Zu­dem müss­ten dann zwei der drei Ta­ge­baue In­den, Ham­bach und Garz– wei­ler schlie­ßen. „Al­lein bei RWE wä­ren dann 7000 Jobs be­droht“, er­klär­te Gün­ther. Hin­zu kä­men Tau­sen­de be­droh­te Jobs bei Zu­lie­fe­rern und in der Re­gi­on.

Doch auch oh­ne Kli­ma­ab­ga­be fürch­tet RWE, dass die Kraft­werks­spar­te in die ro­ten Zah­len rutscht. Der Kon­zern hält zwar an sei­ner Pro­gno­se fest. Doch dürf­te es im­mer schwe­rer wer­den, die Di­vi­den­de von ei­nem Eu­ro je Ak­tie zu hal­ten. Dies for­dern die Kom­mu­nen, die 24 Pro­zent an RWE hal­ten. „Hier­zu gibt es kei­ne Be­schlüs­se, und wir wer­den hier kei­ne Spe­ku­la­tio­nen an­hei­zen“, sag­te Gün­ther.

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