Rat­ten­fän­ger

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS -

Bei ei­nem Rat­ten­fän­ger han­delt es sich ur­sprüng­lich um ei­nen Kam­mer­jä­ger, im heu­ti­gen Bran­chen­buch­deutsch meist als Schäd­lings­be­kämp­fer be­zeich­net. Die weib­li­che Form ist trotz al­ler Gen­der-Ten­den­zen un­ge­bräuch­lich, ob­wohl es durch­aus auch Rat­ten­fän­ge­rin­nen gibt. Die stel­len dann aber kei­ne Fal­len, son­dern ma­chen Po­li­tik. Denn auf die­sem Ge­biet ist der Rat­ten­fän­ger heu­te meist tä­tig. Sein Ge­schäft ist die po­li­ti­sche Ver­füh­rung an­de­rer Men­schen, ger­ne auch mit Lug und Trug. Die Ver­wen­dung des Be­griffs geht auf die Sa­ge des Rat­ten­fän­gers von Ha­meln zu­rück. Und der wur­de ja vor al­lem be­kannt, weil er 130 Kin­der mit sei­ner Flö­te aus der Stadt lock­te. Der/die po­li­ti­sche Rat­ten­fän­ger(-in) ver­führt al­so vor­wie­gend kind­li­che Ge­mü­ter, in­dem er/sie ih­nen et­was vor­spielt. bee

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