Kuhn kämpft für kür­ze­re Ur­nen-Gr­ab­zei­ten

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH -

JÜ­CHEN (kvm) Seit De­zem­ber 2012 kämpft Wolf­gang Kuhn, Vor­sit­zen­der der Al­ten- und Rent­ner­ge­mein­schaft Jü­chen, um ei­ne ge­setz­li­che Neu­re­ge­lung im Sin­ne ei­ner Ver­kür­zung der Lie­ge­zei­ten für Ur­nen­grab­stel­len. Jetzt will er mit sei­nem An­lie­gen er­neut an Ver­wal­tung und Po­li­tik her­an­tre­ten, um mit ih­nen ei­ne „in­tel­li­gen­te Lö­sung“für die Ru­he­fris­ten von Ascheb­ei­set­zun­gen zu er­rei­chen, wie Kuhn an­kün­digt. Zu die­sem Vor­ge­hen ha­be ihm der Ju­rist und frü­he­re Ge­mein­de­di­rek­tor Heinz Spelt­hahn ge­ra­ten, be­ruft sich Kuhn.

Er­rei­chen will der Jü­che­ner, dass die in der Fried­hofs­sat­zung die Ru­he­zeit für Erd­be­stat­tun­gen von Ver­stor­be­nen bis zum voll­ende­ten fünf­ten Le­bens­jahr an­ge­ge­ben wird, was in ei­ni­gen Kom­mu­nen in der Nach­bar­schaft be­reits rea­li­siert sei, sagt er. Die­se viel kür­ze­ren Lie­ge­zei­ten könn­ten dann als Maß­stab für die Ru­he­fris­ten für Feu­er­be­stat­tun­gen her­an­ge­zo­gen, meint Kuhn wei­ter. Ju­rist Heinz Spelt­hahn hat­te Kuhn al­ler­dings er­klärt, dass für ei­ne grund­sätz­li­che Än­de­rung des NRW-Be­stat­tungs­ge­set­zes tat­säch­lich nur die Mög­lich­keit des Bür­ger­be­geh­rens mög­lich sei, denn das Ver­fas­sungs­ge­richt kön­ne zwar Ge­set­ze ver­wer­fen, aber keine neu­en Re­ge­lun­gen schaf­fen.

Auch vom Pe­ti­ti­ons­aus­schuss war ei­ne ab­schlä­gi­ge Ant­wort ge­kom­men. Nun will Kuhn die be­ste­hen­den recht­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­schöp­fen. Spelt­hahn er­klärt: „Wolf­gang Kuhn hat das Pro­blem ganz rich­tig er­kannt, dass mit Asche an­ders um­zu­ge­hen ist als mit ei­nem Sarg und dem dar­in be­find­li­chen to­ten Kör­per. Asche be­darf kei­ner Ru­he­zeit, um zu ver­we­sen.“Das Be­stat­tungs­ge­setz mit sei­nen Ru­he­fris­ten sei ei­ne Krü­cke und re­sul­tie­re noch aus ei­ner Zeit, in der nur we­ni­ge Ver­stor­be­ne ver­brannt wur­den. Heinz Spelt­hahn führt aus: „Al­le Vor­schrif­ten rund um Erd­be­stat­tun­gen ha­ben mit der Erd­be­schaf­fen­heit zu tun und mit Be­stim­mun- gen wie dem Grund­was­ser­schutz. Aber das trifft für Asche nicht zu.“Der An­walt ver­weist in dem Zu­sam­men­hang auch auf die recht­lich ge­stat­te­te Mög­lich­kei­ten hin – et­wa die an­ony­me Ver­streu­ung von To­ten­a­sche und sagt: „Sol­che Be­stat­tun­gen sind be­reits mög­lich, oh­ne das Lan­des­ge­setz zu ver­let­zen.“Es kom­me hier­bei auf das Pie­täts­emp­fin­den der An­ge­hö­ri­gen an.

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