Ei­ne hoch­ris­kan­te Stahl­fu­si­on

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON KIRS­TEN BIALDIGA

Wer in der deut­schen In­dus­trie nach ei­nem Bei­spiel für das Ver­sa­gen von Ma­na­gern sucht, wird bei Thys­sen­krupp fün­dig. Der völ­lig fehl­ge­plan­te Bau von zwei Stahl­wer­ken in den USA und Bra­si­li­en steht in der jün­ge­ren In­dus­trie­ge­schich­te da­für, wie Ver­ant­wort­li­che in ei­nem Kon­zern oh­ne jeg­li­ches Au­gen­maß und oh­ne ernst­zu­neh­men­de Kon­trol­le durch Auf­sichts­rä­te oder In­ves­to­ren die Exis­tenz ei­nes jahr­hun­der­te­al­ten Un­ter­neh­mens aufs Spiel setz­ten. War­nun­gen, et­wa von Ar­beit­neh­mer­sei­te, ver­hall­ten da­mals un­ge­hört.

Un­ter den Fol­gen die­ses Miss­ma­nage­ments lei­det der Ruhr­kon­zern mit sei­nen 156.000 Be­schäf­tig­ten noch heu­te. Die Bi­lanz ist schwach, für aus­rei­chen­de In­ves­ti­tio­nen in ein­zel­ne Spar­ten wie Auf­zü­ge, An­la­gen­bau, Au­to­tei­le, Werf­ten oder Stahl ist zu we­nig Geld da. Ent­spre­chend schwer tun sich die Spar­ten da­mit, im Wett­be­werb mit­zu­hal­ten.

Dass die bis­he­ri­ge Vor­stands­stra­te­gie der klei­nen Schrit­te nicht aus­reicht, um die Zu­kunft die­ses Tra­di­ti­ons­kon­zerns zu si­chern, wird nun all­mäh­lich deut­lich. Ei­ne Fu­si­on der Stahl­spar­te mit dem schwä­che­ren Kon­kur­ren­ten Ta­ta wä­re in die­ser Si­tua­ti­on hoch­ris­kant. BE­RICHT STAHL­FU­SI­ON SCHWÄCHT THYS­SEN­KRUPP, TITELSEITE

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