Bei Über­schul­dung gibt es nur we­nig Hil­fe in Kaarst

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST -

KAARST (bar­ni) Auch in Kaarst gibt es Men­schen, die völ­lig über­schul­det sind. Sie sind ein Fall für den So­zi­al­dienst Ka­tho­li­scher Män­ner (SKM), der die Schuld­ner­be­ra­tung über­nimmt. Die FDP kennt und schätzt die­ses An­ge­bot, frag­te aber nach, ob und ge­ge­be­nen­falls wel­che prä­ven­ti­ven Hil­fen es ge­be.

Die Ant­wort der Stadt auf die An­fra­ge im So­zi­al­aus­schuss ist er­nüch­ternd. „Die Stadt­ver­wal­tung hält kei­ne kos­ten­neu­tra­len Mit­tel und In­stru­men­te vor, um Men­schen in aku­ten Ver­schul­dungs­si­tua­tio­nen zu hel­fen oder zu un­ter­stüt­zen.“Prä­ven­ti­ve Maß­nah­men zur Ver­mei­dung von Über­schul­dung wür­den nicht an­ge­bo­ten. Und nach Aus­kunft der VHS konn­ten sich The­men wie bei­spiels­wei­se „Wirt­schaft­li­ches Haus­hal­ten“lan­des­weit in Volks­hoch­schu­len bis­lang nicht durch­set­zen.

Wer­den De­fi­zi­te im Um­gang mit Geld bei Schü­lern sicht­bar, ist dies ein Fall für die Schul­so­zi­al­ar­beit. „Wer fi­nan­zi­ell in der Klem­me steckt, wird das oft erst zu ei­nem sehr spä­ten Zeit­punkt ein­ge­ste­hen“, er­klär­te So­zi­al­de­zer­nent Se­bas­ti­an Semm­ler. Er ver­mu­tet auch, dass dies der Grund da­für sei, dass VHSAn­ge­bo­te zu The­men „Wirt­schaft­li­ches Haus­hal­ten“in der Ver­gan­gen­heit nicht wahr­ge­nom­men wur­den.

Bei der Ver­wal­tung sieht man zwar, dass es ei­ne Nach­fra­ge ge­ben müss­te für ent­spre­chen­de An­ge­bo­te. Es sei aber un­heim­lich schwer, recht­zei­tig an die Be­trof­fe­nen her­an­zu­kom­men. Bei jün­ge­ren Leu­ten, die et­wa durch Han­dy­rech­nun­gen in die Schul­den­fal­le tapp­ten, kä­me oft Hil­fe von den El­tern.

Die häu­figs­ten Grün­de für ei­ne Über­schul­dung sind laut Cre­dit­re­form Ar­beits­lo­sig­keit, Tren­nun­gen, Er­kran­kun­gen, un­wirt­schaft­li­che Haus­halts­füh­rung, zu ge­rin­ges Wis­sen über den Um­gang mit Geld und Ab­schlüs­se von Fi­nan­zie­rungs­ver­trä­gen so­wie ge­schei­ter­te be­ruf­li­che Selbst­stän­dig­kei­ten. Be­trof­fen sind üb­ri­gens mehr Frau­en aus Män­ner und mehr Äl­te­re als Jün­ge­re.

Das Be­ra­tungs­bü­ro des SKM be­fin­det sich im Haus der Se­nio­ren, Al­te Heer­stra­ße 211. Es ist mon­tags von 10 bis 12 Uhr und don­ners­tags von 8.30 bis 10.30 Uhr ge­öff­net.

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