Jan Me­di­na saugt WM-Flair auf

Ob­wohl er in Düsseldorf oh­ne Sieg bleibt, ge­nießt der Tisch­ten­nis­spie­ler aus Ve­ne­zue­la je­de Se­kun­de.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - SPORT IM RHEIN-KREIS - VON JENS RUSTEMEIER

DÜSSELDORF Wäh­rend für den chi­ne­si­schen Welt­rang­lis­ten­ers­ten Ma Long und die deut­schen Stars Di­mi­trij Ovt­cha­rov und Ti­mo Boll die Tisch­ten­nis-Welt­meis­ter­schaft in den Düs­sel­dor­fer Mes­se­hal­len ge­ra­de rich­tig ins Rol­len kommt, hat Jan Me­di­na be­reits sei­ne sport­li­che Bi­lanz ge­zo­gen. Der 23 Jah­re al­te Ober­li­ga-Spie­ler der DJK Holz­bütt­gen, der für sein Hei­mat­land Ve­ne­zue­la an den Start ging, muss­te sich am zwei­ten Wett­kampf­tag so­wohl aus dem Ein­zel- als auch aus dem Dop­pel­wett­be­werb ver­ab­schie­den.

Me­di­na hat­te vor dem Tur­nier so sehr auf sei­nen ers­ten Sieg bei ei­ner Ein­zel-WM ge­hofft. Und er war ganz dicht dran: In sei­nem ers­ten Spiel am Mon­tag­vor­mit­tag fehl­ten ge­gen den Cu­ba­ner Yo­han Mo­ra nur we­ni­ge Bäl­le, die ihn von ei­nem Er­folg trenn­ten. Am En­de hieß es 10:12, 11:8, 9:11, 12:10, 17:15, 8:11 und 7:11 für den Mann aus dem Ka­ri­bikStaat. „Ich war nah dran, ge­gen ihn zu ge­win­nen, am En­de fehl­ten drei Punk­te. In der Ver­gan­gen­heit ha­be ich schon zwei­mal ge­gen ihn ge­spielt und bei­de Spie­le klar ver­lo­ren. Dies­mal ha­be ich auf ei­nem ganz gu­ten Ni­veau ge­spielt und konn­te be­wei­sen, dass ich auf Au­gen­hö­he für den Sieg kämp­fen kann“, ana­ly­sier­te Me­di­na. Im Dop­pel trat er am Mon­tag­abend an der Sei­te sei­nes fin­ni­schen Part­ners Alex Nau­mi ge­gen Cal­lum Evans/Da­ni­el O’Con­nell aus Wa­les an. Me­di­na und sein Part­ner wur­den zu­fäl­lig zu­sam­men­ge­lost, hat­ten sich vor­her noch nie ge­se­hen. Den­noch hat­ten sie beim 1:3 (9:11, 11:6, 9:11, 5:11) durch­aus ih­re Chan­cen ge­gen das ein­ge­spiel- te wa­li­si­sche Duo. Um im Ein­zel trotz der knap­pen Auf­takt-Nie­der­la­ge noch wei­ter­zu­kom­men, hät­te es schon ei­ner klei­nen Sen­sa­ti­on be­durft. Der in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­grup­pe 16 an eins ge­setz­te Ita­lie­ner Mar­co Rech Dal­dos­so ist in der Welt­rang­lis­te un­ter den Top 200 plat­ziert und da­mit ei­ni­ge hun­dert Plät­ze bes­ser als Me­di­na. Den­noch hielt der Ve­ne­zo­la­ner lan­ge Zeit gut mit und ge­stal­te­te die Par­tie vor al­lem in der An­fangs­pha­se aus­ge­gli­chen. Am En­de muss­te er sich dann aber doch mit 1:4-Sät­zen beu­gen.

Trotz sei­nes frü­hen Aus­schei­dens ge­nießt Me­di­na die WM-At­mo­sphä­re: „Das ist schon ein­zig­ar­tig hier. Ich ha­be mich vor mei­nem Ein­zel ne­ben Ma Long ein­ge­spielt. Das kommt nur sehr sel­ten im Le­ben vor. Das ist es, was die­se wun­der­schö­ne At­mo­sphä­re aus­macht.“Zu­dem konn­te sich Me­di­na bei sei­nen Spie­len im­mer der Un­ter­stüt­zung sei­ner Ver­eins­kol­le­gen aus Holz- bütt­gen si­cher sein. Die Spie­le wur­den per Li­ve-Ti­cker in WhatsAp­pG­rup­pe über­tra­gen. „Das war groß­ar­tig. Nicht nur ich, son­dern auch mein Trai­ner aus Ve­ne­zue­la, mein Team und vor al­lem mei­ne Geg­ner wa­ren über­rascht, wie vie­le Leu­te mich un­ter­stützt ha­ben und nach je­dem Punkt ge­klatscht ha­ben. Das hat auf je­den Fall zu ei­ner Stei­ge­rung mei­ner Leis­tung ge­führt“, mein­te Me­di­na. Tat­säch­lich zähl­ten sei­ne Auf­trit­te zu den stim­mungs­volls­ten an den ers­ten WM-Ta­gen.

Jetzt darf er die nächs­ten Ta­ge noch die WM-At­mo­sphä­re ge­nie­ßen und sich vi­el­leicht bei Ma Long und der chi­ne­si­schen Mann­schaft noch den ei­nen oder an­de­ren Trick ab­schau­en, be­vor im Sep­tem­ber wie­der der Ober­li­ga-All­tag in Holz­bütt­gen be­ginnt.

FO­TOS: RUST

Jan Me­di­na im Dop­pel an der Sei­te des Fin­nen Alex Nau­mi im Match ge­gen die Wa­li­ser Evans Cal­lum/Da­ni­el O’Con­nell und mit sei­nen Fans aus Holz­bütt­gen. Da­bei auch Mut­ter (hin­ter ihm), und Va­ter (l.).

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