Pres­se­rat-Leit­li­ni­en zum Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - MEDIEN -

BERLIN (dpa) Der Deut­sche Pres­se­rat hat nach lan­gen Dis­kus­sio­nen Leit­sät­ze zur Nen­nung der Her­kunft von Straf­tä­tern in der Be­richt­er­stat­tung ver­öf­fent­licht. Sie sol­len die Re­geln aus der Richt­li­nie 12.1 im Ko­dex er­gän­zen, teil­te der Pres­se­rat mit. „Die Leit­sät­ze sol­len Ent­schei­dungs­hil­fen für die An­wen­dung der Re­geln im Re­dak­ti­ons­all­tag ge­ben“, so Spre­cher Man­fred Prot­ze. En­de März wur­de die Richt­li­nie über­ar­bei­tet, nach der die Zu­ge­hö­rig­keit von Straf­tä­tern oder Ver­däch­ti­gen et­wa zu ei­ner zu eth­ni­schen oder re­li­giö­sen Min­der­heit nun nur er­wähnt wer­den soll, wenn ein be­grün­de­tes öf­fent­li­ches In­ter­es­se dar­an be­steht. Als Bei­spie­le da­für nennt der Pres­se­rat, wenn ei­ne be­son­ders schwe­re oder in ih­rer Di­men­si­on au­ßer­ge­wöhn­li­che Straf­tat vor­lie­ge wie bei ei­nem Ter­ror­an­schlag oder wenn die Bio­gra­fie des Tä­ters von Be­deu­tung sei, zum Bei­spiel wenn ein Flücht­ling straf­fäl­lig wird und be­reits ver­gleich­ba­re Straf­ta­ten be­gan­gen ha­be.

„Die­se Leit­li­ni­en sind nicht in St­ein ge­mei­ßelt“, sag­te Prot­ze. Sie wür­den nach Er­fah­run­gen im All­tag auch wei­ter ent­wi­ckelt. Un­ver­än­dert blei­be das Ziel des Pres­se­rats, das Ri­si­ko dis­kri­mi­nie­ren­der Ne­ben­wir­kun­gen in der Be­richt­er­stat­tung zu be­gren­zen, oh­ne den An­spruch der Öf­fent­lich­keit auf wahr­heits­ge­mä­ße und sach­ge­rech­te Un­ter­rich­tung zu ver­rin­gern. IN­FO Die Leit­sät­ze fin­den sich auf www.pres­se­rat.de

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