Die vol­le Här­te des Rechts­staats

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUADBECK

Un­ter den ab­ge­scho­be­nen Asyl­be­wer­bern oh­ne Blei­be­recht fin­det sich stets auch ein über­durch­schnitt­lich ho­her An­teil an Straf­tä­tern. Dass Bund und Län­der die­se Men­schen in ih­re Hei­mat­län­der zu­rück­schi­cken, ist nicht zu kri­ti­sie­ren. Man kann nicht nach ei­nem Er­eig­nis wie der Köl­ner Sil­ves­ter­nacht nach der vol­len Här­te des Rechts­staats ru­fen, um ein Jahr spä­ter eben die­se Här­te wie­der in Fra­ge zu stel­len. Grund­sätz­lich gilt das auch für Ab­schie­bun­gen nach Af­gha­nis­tan. Den­noch sind der er­neu­te An­schlag und die mas­si­ve Kri­tik an der Si­cher­heits­la­ge in Af­gha­nis­tan zu Recht An­lass für Bund und Län­der, wei­te­re Ab­schie­bun­gen erst nach ei­ner er­neu­ten Prü­fung der La­ge vor Ort vor­zu­neh­men.

Es gibt auch Fäl­le, in de­nen der Rechts­staat Gna­de vor Recht er­ge­hen las­sen soll­te. Da­zu zählt das Schick­sal der 14-Jäh­ri­gen aus Duis­burg, die in die­ser Wo­che mit ih­ren El­tern nach Ne­pal ab­ge­scho­ben wur­de. Wenn Fa­mi­li­en so gut in­te­griert sind, dass ih­re Kin­der das Gym­na­si­um be­su­chen, dann muss es Aus­nah­me­re­geln ge­ben. Für sol­che Fäl­le soll­te die recht­li­che Mög­lich­keit ge­schaf­fen wer­den, von ei­nem Asyl­ver­fah­ren in ei­ne An­er­ken­nung als Ar­beits­mi­grant zu wech­seln. BE­RICHT MER­KEL: AB­SCHIE­BUN­GEN GE­NAU­ER...., TITELSEITE

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