Fal­sche Aus­gren­zung

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESS­LER

Man mag mit Recht dar­an Zwei­fel äu­ßern, ob die AfD aus lu­pen­rei­nen De­mo­kra­ten be­steht. Aber als ge­wähl­te Par­tei ste­hen ihr die­sel­ben Rech­te zu wie den an­de­ren Frak­tio­nen auch. Das gilt selbst­ver­ständ­lich bei den ge­setz­li­chen Re­geln, aber auch bei den Ge­pflo­gen­hei­ten, wie AfD-Frak­ti­ons­chef Mar­cus Pret­zell zu Recht an­merkt. Es gibt kei­nen sach­li­chen Grund, der AfD ei­nen Vi­ze­prä­si­den­ten-Pos­ten zu ver­wei­gern. Soll­te er ihn zu un­ge­setz­li­chen Hand­lun­gen miss­brau­chen, gibt es Mög­lich­kei­ten, ihm den Pos­ten wie­der zu ent­zie­hen. Es ist nicht schön, dass ei­ne Par­tei, die mit Vor­ur­tei­len, Aus­gren­zun­gen und Ein­schrän­kung von Frei­hei­ten auf Stim­men­fang geht, nun im NRWLand­tag sitzt. Doch der Wil­le der Wäh­ler ist zu re­spek­tie­ren, wenn es sich nicht um ei­ne of­fen ver­fas­sungs­wid­ri­ge Par­tei han­delt. Man muss die AfD nicht be­ach­ten oder sie ho­fie­ren, aber sie par­la­men­ta­risch aus­zu­gren­zen, ist der fal­sche Weg. Schlim­mer: Es ist un­de­mo­kra­tisch und be­stärkt obend­rein all je­ne in ih­rem Vor­ur­teil, die die de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en als macht­ver­ses­sen de­nun­zie­ren. BE­RICHT LANDTAGSPRÄSIDENT KU­PER MAHNT ZU ..., TITELSEITE

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