Qui­ri­nus-Cup ver­eint 15 Na­tio­nen

Mehr als 2500 Nach­wuchs­hand­bal­ler tre­ten beim Qui­ri­nus-Cup an. Das Tur­nier lebt die eu­ro­päi­sche Ver­stän­di­gung.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON AN­DRE­AS BUCHBAUER

NEUSS Eu­ro­päi­sche Ver­stän­di­gung be­ginnt im Klei­nen. Mehr­spra­chig stim­men sich ges­tern Mit­tag die Teams aus den Neus­ser Part­ner­städ­ten Ps­kow und Ri­je­ka im Neus­ser Rat­haus auf den Qui­ri­nus-Cup ein. Zur Be­grü­ßung spricht Bür­ger­meis­ter Rei­ner Breuer ei­ni­ge Wor­te, na­tür­lich lenkt er den Blick auf den Sport, schließ­lich wer­den sich am Pfingst­wo­chen­en­de mehr als 200 Ju­gend­teams im Hand­ball mes­sen. Vor al­lem aber spricht Breuer das an, wo­für das Tur­nier steht: Sport ver­bin­det. „Es ist wich­tig und ein tol­les Zei­chen, dass sich jun­ge Men­schen aus vie­len Län­dern Eu­ro­pas hier tref­fen – ge­ra­de in ei­ner Zeit, in der Eu­ro­pa im Zu­ge stei­gen­den na­tio­nal­staat­li­chen Den­kens zu brö­ckeln scheint.“Es ge­he dar­um, „Ge­mein­sam­kei­ten, aber auch Unterschiede zu ent­de­cken“. Der Qui­ri­nus-Cup sei ein vor­bild­li­ches Zei­chen zur Völ­ker­ver­stän­di­gung.

Ge­nau das macht den eu­ro­päi­schen Ge­dan­ken schließ­lich aus: das Ge­mein­sa­me fin­den, oh­ne Unterschiede auf­ge­ben zu müs­sen. Es sind Wer­te, die beim tra­di­ti­ons­rei­chen Qui­ri­nus-Cup ge­lebt wer­den. Rund 200 Mann­schaf­ten aus ganz Eu­ro­pa ha­ben sich an­ge­sagt, al­les in al­lem kom­men mehr als 2500 Ju­gend­li­che aus 15 Na­tio­nen nach Neuss, der Groß­teil zwi­schen zehn und 14 Jah­re alt, und sie al­le ha­ben nicht nur das Ziel, sport­lich mög­lichst weit zu kom­men, son­dern auch, neue Freund­schaf­ten zu ge­win­nen. Beim Emp­fang im Neus­ser Rat­haus ste­hen die Ju­gend­li­chen aus Ps­kow und Ri­je­ka ne­ben­ein­an­der. Es gibt ei­ni­ge Re­den von Ver­tre­tern ih­rer Ver­ei­ne, sie wer­den in ver­schie­de­ne Spra­chen über­setzt. Man sieht die Neu­gier der Ju­gend­li­chen, und Neu­gier ist gut: Sie hilft da­bei, auf­ein­an­der zu­zu­ge­hen. Das ist die Grund­la­ge für je­des Mit­ein­an­der.

Ei­ner, der sich mit die­sem Mit­ein­an­der bes­tens aus­kennt, ist Wolf­gang Span­gen­berg. Er ar­bei­tet im Or­ga­ni­sa­ti­ons­team des Qui­ri­nusCups mit und ist dort An­sprech­part- ner für die ost­eu­ro­päi­schen Mann­schaf­ten. Sein Smart­pho­ne klin­gelt im­mer mal wie­der, er ist ein ge­frag­ter Mann. Noch sind nicht al­le Mann­schaf­ten da, nach und nach kom­men sie in Neuss an – und manch­mal gibt’s auch Un­wäg­bar­kei­ten, zum Bei­spiel, weil ein Bus­fah­rer noch ei­ne Ru­he­pau­se ein­le­gen muss. Span­gen­berg nimmt es ge­las­sen. Es läuft, dar­an än­dern auch die letz­ten klei­nen Un­wäg­bar­kei­ten nichts.

Der Qui­ri­nus-Cup ist für die Hel­fer vor al­lem lo­gis­tisch ein Auf­wand. Die jun­gen Sport­ler müs­sen un­ter­ge­bracht wer­den, der Spiel­plan muss stim­men, die Ab­läu­fe müs­sen ko­or­di­niert wer­den, ge­spielt wird in 15 Hal­len. „Rund 100 Eh­ren­amt­ler sind an den Tur­nier­ta­gen im Ein­satz, da­mit al­les passt“, sagt Span­gen­berg. Vor al­lem aus den Rei­hen des Neus­ser Hand­ball­ver­eins (NHV) kom­men vie­le von ih­nen. Schon bei der Be­grü­ßungs­fei­er wird deut­lich, dass es auch ein Wie­der­se­hen be­reits ge­wach­se­ner Freund­schaf­ten ist. Al­lei­ne aus drei Neus­ser Part­ner­städ­ten sind Teams da­bei – ne­ben Ps­kow und Ri­je­ka auch aus Châ­lons-en-Cham­pa­gne. Klar, dass al­te Be­kannt­schaf­ten auf­ge­frischt wer­den. Auch das ist eu­ro­päi­sche Ver­stän­di­gung: Ge­leb­te Part­ner­schaf­ten, ge­leb­ter Aus­tausch. Die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on steht beim Qui­ri­nusCup auf dem Feld.

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