Drei Frau­en, drei Schick­sa­le

Das TV-Dra­ma „Oh­ne dich“ver­knüpft die Wech­sel­fäl­le des Le­bens zu ei­ner be­rüh­ren­den Col­la­ge.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - MEDIEN - VON KLAUS BRAEUER

BER­LIN (dpa) Krank wer­den kann je­der von uns, oft ganz schnell und manch­mal sehr ernst – in der Hoff­nung, schnell wie­der ge­sund zu wer­den. Wenn das aber nicht der Fall sein soll­te, dann wird es trau­rig. Auch dar­um geht es in dem Film „Oh­ne dich“im Ers­ten.

Die Heb­am­me Rosa (Kat­ja Rie­mann) und der The­ra­peut Mar­cel (Char­ly Hüb­ner) lie­ben sich sehr und tei­len ihr Le­ben in ih­rer schö­nen Woh­nung hoch über Stutt­gart ger­ne mit­ein­an­der – wenn­gleich oh­ne Kind. Die Kell­ne­rin Mot­te (He­len Woigk) will da­ge­gen am liebs­ten al­lei­ne sein in ih­rem al­ten Ei­sen­bahn­wag­gon, aber sie ist schwan­ger – aus­ge­rech­net von ih­rem Freund Neo (Arne Gott­schling), der nicht ein­mal weiß, ob er schwul, he­te­ro, bi­se­xu­ell oder ein­fach gar nichts ist.

Mot­tes Kol­le­gin Mi­tra (Sa­rah Hor­vath) ist ge­ra­de frisch ver­liebt, wäh­rend Lay­la (Me­ral Pe­rin) – die Putz­frau von Mar­cel und Rosa – nicht ak­zep­tie­ren will, dass ihr Ex­freund Na­vid (Bi­jan Za­ma­ni) sie für ei­ne jün­ge­re Frau ver­las­sen hat, mit der er ei­ne Fa­mi­lie grün­den will.

Drei Frau­en, drei Schick­sa­le – schein­bar ein­zeln, doch sind sie in Wahr­heit al­le mit­ein­an­der ver­bun­den. Rosa ist un­heil­bar an Krebs er­krankt und be­rei­tet sich auf das Ster­ben vor, Mot­te kommt ei­nes Ta­ges zu ihr und will ihr Kind gleich nach der Ge­burt zur Ad­op­ti­on frei­ge­ben. Ley­la kann nicht auf­hö­ren, Na­vid mit ih­ren An­ru­fen oder so­gar vor der Haus­tür zu be­läs­ti­gen.

Ihr Part ist der Un­dank­bars­te im Film, und wo­mög­lich wä­re es bes­ser ge­we­sen, ihn weg­zu­las­sen – zu­mal die über­ra­schen­de Auf­lö­sung doch auf­ge­setzt wirkt. Au­ßer­dem wä­re dann Platz für mehr Tief­gang, ins­be­son­de­re für so bri­san­te The­men wie Ab­trei­bung und Ster­be­hil­fe.

„Wenn wir an das Le­ben den­ken, blen­den wir den Tod ger­ne aus“, sag­te Au­tor und Re­gis­seur Alex­an- dre Po­welz (47) in ei­nem In­ter­view mit der ARD. „Doch oh­ne ihn ist das Le­ben nicht denk­bar. Ich be­grei­fe den Tod nicht als das En­de, son­dern als Teil des Le­bens.“Und so ver­steht er es ins­ge­samt doch recht ge­schickt, die­se drei Le­bens­epi­so­den mit­ein­an­der zu ei­ner Col­la­ge zu ver­knüp­fen, in der es um das Le­ben an sich geht, um das kom­men­de und das ge­hen­de. „Oh­ne Dich“, Das Ers­te, 23 Uhr

FO­TO: ARD

The­ra­peut Mar­cel (Char­ly Hüb­ner) und Heb­am­me Rosa (Kat­ja Rie­mann) ge­nie­ßen im Film „Oh­ne dich“das Le­ben. Bis Rosa an Krebs er­krankt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.