Feu­er­pro­be

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS -

Die Feu­er­pro­be war ur­sprüng­lich ein ar­chai­sches In­stru­ment gött­li­cher Ge­richts­bar­keit. An­ge­klag­te konn­ten ih­re Un­schuld be­wei­sen, in­dem sie zum Bei­spiel ih­re Hand in ein Feu­er streck­ten. Blie­ben sie un­ver­letzt, galt ih­re Un­schuld als er­wie­sen. Ei­ne Feu­er­pro­be an­de­rer Art steht dem oh­ne­hin an­ge­schla­ge­nen bra­si­lia­ni­schen Prä­si­den­ten Michel Te­mer be­vor: Heu­te Nacht be­gann ein Pro­zess vor dem Wahl­ge­richts­hof, in dem ge­klärt wer­den soll, ob die Prä­si­den­ten­wahl 2014 we­gen il­le­ga­ler Fi­nan­zie­rung der Kam­pa­gne der ge­stürz­ten ehe­ma­li­gen Staats­che­fin Dil­ma Rousseff an­nul­liert wer­den muss. Das könn­te jetzt Te­mer, da­mals Vi­ze­kan­di­dat, das Amt kos­ten. Auch wenn er für sei­ne Un­schuld heu­te nicht mehr sei­ne Hand ins Feu­er le­gen muss – in dem Ver­fah­ren dürf­te es für Te­mer heiß her­ge­hen. hlu

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