Wie­der­auf­bau nach „Ela“fast ab­ge­schlos­sen

Drei Jah­re nach dem Pfingst­sturm ist die Ela-Re­pa­ra­tur über­ge­gan­gen in ein grö­ße­res Pro­jekt: Die Stadt fit zu ma­chen für den Kli­ma­wan­del.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON CHRISTOPH KLEINAU

NEUSS Drei Jah­re nach dem Pfingst­sturm „Ela“sind die Schä­den an den Bäu­men in städ­ti­schen Parks und Grün­an­la­gen zu ei­nem gro­ßen Teil be­sei­tigt. Die Na­tur hat sich er­holt, vie­le Lü­cken wur­den durch Wie­der­auf­fors­tung ge­schlos­sen. „Ela ist ab­ge­schlos­sen und ge­gen­über dem Land ab­ge­rech­net“, bi­lan­ziert auch Um­welt­de­zer­nent Mat­thi­as Welp­mann, doch be­en­det sind die Ar­bei­ten noch nicht. Al­lei­ne an den Stra­ßen wer­den im kom­men­den Win­ter noch ein­mal 170 Bäu­me nach­ge­pflanzt wer­den, um das al­te Bild aus Vor-Sturm-Zei­ten wie­der­her­zu­stel­len. Und längst ist die „Ela-Re­pa­ra­tur“über­ge­gan­gen in ein viel grö­ße­res Pro­jekt: Die Stadt muss auf die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels vor­be­rei­tet wer­den.

„Ela“leis­te­te da­zu in ge­wis­ser Wei­se Vor­ar­beit, denn bei Neu­pflan­zun­gen füll­te die Stadt ent­stan­de­ne Lü­cken be­wusst mit neu­en Ar­ten. Die wich­tigs­ten Her­aus­for­de­run­gen und An­for­de­run­gen, mit de­nen sich auch die Bäu­me in den Städ­ten künf­tig kon­fron­tiert se­hen, sind nach Welp­manns Darstel­lung län­ge­re Tro­cken­pha­sen und hö­he­re Tem­pe­ra­tur­spit­zen im Som­mer. Mit der ita­lie­ni­schen Er­le, der un­ga­ri­schen Ei­che und der Wei­ße­sche wähl­te das Amt für Um­welt und Stadt­grün da­zu pas­sen­de Ar­ten aus. Welp­mann: „Wir in­ter­na­tio­na­li­sie­ren mit Bäu­men, die aus wär­me­ren Kli­ma­ten kom­men.“

Zur Ver­brei­te­rung der Ar­ten-Pa­let­te muss nach Welp­manns Dar- stel­lung ei­ne in­ner­städ­ti­sche Auf­fors­tung kom­men, will man das Klein­kli­ma in den eng be­bau­ten Orts­tei­len auch in Zu­kunft er­träg­lich gestal­ten. „Per­spek­ti­visch brau­chen wir mehr Bäu­me in der Stadt als heu­te“, sagt Welp­mann, der von ei­nem stra­te­gi­schen Ziel spricht und den Be­stand von ak­tu­ell rund 60.000 Bäu­men um ei­ni­ge tau­send er­wei­tern möch­te. Al­ler­dings sei die Stand­ort­su­che schon jetzt schwer.

Baum­spen­den wür­den auch zu die­sem Pro­jekt ger­ne an­ge­nom­men, be­tont Welp­mann. Im Zu­sam­men­hang mit dem Pfingst­sturm vor Mat­thi­as Welp­mann drei Jah­ren war die So­li­da­ri­tät und Spen­den­freu­dig­keit der Neus­ser groß. 152.000 Eu­ro ka­men so und mit Hil­fe des Lan­des, das ei­nen Zu­schuss zu je­der Pri­vat­spen­de zahl­te, zu­sam­men. Das al­lei­ne reich­te für 300 Stra­ßen­bäu­me. „Die wur­den fast al­le schon ge­pflanzt“, sagt Welp­mann.

Ins­ge­samt sei­en rund 1000 Bäu­me al­lei­ne an den Stra­ßen als Ver­lust zu ver­zeich­nen ge­we­sen. Den To­tal­ver­lust an Grün selbst be­zif­fer­te die Stadt mit rund 6000 Bäu­men so­wie Bruch- und Kro­nen­holz in ei­ner Men­ge von 30.000 Ku­bik­me­tern. An den Kos­ten für Schä­den an Ge­bäu­den und Bäu­men, die die Stadt En­de 2014 in ei­ner Ge­samt­scha­dens­mel­dung mit 15,6 Mil­lio­nen Eu­ro be­zif­fert hat­te, be­tei­lig­te sich das Land mit 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro.

An ei­ni­gen Stel­len hat sich der Ein­druck durch „Ela“grund­le­gend ver­än­dert. Jos­tens- und Kru­chens­busch, zwei Grün­an­la­gen in der Neus­ser Nord­stadt, wur­den durch den Sturm zer­stört und sol­len nun ih­ren ur­sprüng­li­chen – aber ver­lo­ren ge­gan­ge­nen – park­ähn­li­chen Cha­rak­ter zu­rück­er­hal­ten. Bei flä­chen­haf­ten Schä­den wie an die­sen Punk­ten, nennt Welp­mann ein Bei­spiel, sei in­zwi­schen mit 21.400 Jung­pflan­zen auf­ge­fors­tet wor­den. Schä­den gab es auch auf Fried­hö­fen, Sport­an­la­gen oder Schul­hö­fen, wo nicht im­mer ein zer­stör­ter Baum er­setzt wur­de. Gänz­lich ver­än­dert hat „Ela“aber den Freit­hof. Der Weg­fall der Pla­ta­nen mach­te den Weg für ei­ne neue Platz­ge­stal­tung frei. Der Um­bau be­ginnt in Kür­ze.

„Flä­chen­haf­te Schä­den wur­den mit 21.400 Jung­pflan­zen auf­ge­fors­tet“ Um­welt­de­zer­nent

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