Frei­wil­li­ge pfle­gen das Ge­mein­de-Grün

In Rom­mers­kir­chen gibt es mehr als 70 Bür­ger, die sich um die öf­fent­li­chen Grün­flä­chen küm­mern.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN - VON BERND ROSENBAUM

ROM­MERS­KIR­CHEN In die­sen Ta­gen geht Pao­lo Pan­noz­zo re­gel­mä­ßig mit dem Schlauch auf die Stra­ße. Da­bei muss er im­mer acht ge­ben auf vor­bei­fah­ren­de Au­tos. Und er muss gut zie­len kön­nen. Denn der Was­ser­schlauch reicht nicht ganz her­an bis an sein an­vi­sier­tes Ziel, den gro­ßen Blu­men­kü­bel auf der ge­gen­über­lie­gen­den Stra­ßen­sei­te. Gera­de an den hei­ßen und tro­cke­nen Ta­gen der ver­gan­ge­nen Wo­chen ver­langt der Baum, der dar­in wächst, zu­se­hends nach Was­ser.

Ob­wohl der Blu­men­kü­bel mits­amt Baum nicht Pan­noz­zo ge­hört, son­dern der Ge­mein­de, und die­se sich um die Pfle­ge und die Be­wäs­se­rung des Bau­mes küm­mern müss­te, hat der 43-jäh­ri­ge Bau­in­ge­nieur die­se Auf­ga­be frei­wil­lig und eh­ren­amt­lich über­nom­men. Er ist ei­ner von zahl­rei­chen Grün­pa­ten in der Kom­mu­ne. Und auch die Ver­sor­gung der Baum­schei­be di­rekt vor sei­ner Haus­tür mit den bei­den wei­te­ren Bäu­men und den Sträu­chern ob­liegt ihm und sei­ner Frau Jen­ny. „Wir ma­chen das gern, und es sind in der Wo­che auch nur höchs­tens zwei St­un­den zu­sätz­li­che Ar­beit“, ver­si­chert Pao­lo Pan­noz­zo. Das Paar zog 2012 mit sei­nen bei­den Töch­tern von Stom­meln nach Rom­mers­kir­chen und bau­te sich an der Al­brecht-Dü­rer-Al­lee ein ei­ge­nes Haus. „Hier sind die Prei­se ja noch be­zahl­bar“, be­grün­den die bei­den ih­ren Schritt, den sie bis heu­te nicht be­reut ha­ben.

Als dann die Stra­ße aus­ge­baut wur­de und die klei­ne Grün­flä­che im Bür­ger­steig vor ih­rem Haus an­ge­legt wur­de, frag­ten die Pan­noz­zos bei der Ver­wal­tung an, ob sie dort ei­nen Baum pflan­zen dürf­ten. Dort teil­te man ih­nen mit, dass oh­ne­hin zwei Bäu­me ge­plant sei­en, die die Ge­mein­de dort ein­set­zen wol­le. Aber wenn sie die Pa­ten­schaft für das Fleck­chen über­neh­men woll­ten, könn­ten sie auch über die wei­te­re Gestal­tung be­stim­men. Jen­ny und Pao­lo ent­schie­den sich für ein paar Bü­sche und die Be­fül­lung der Flä­che mit Bruch­stei­nen. „Das hat uns am bes­ten ge­fal­len“, sagt die kauf­män­ni­sche An­ge­stell­te. Und die Ge­mein­de ha­be die St­ei­ne be­sorgt. Selbst bei­ge­steu­ert hat das Ehe­paar noch ei­ne klei­ne St­ein­bank. „Die wird oft zu ei­ner kur­zen Rast von äl­te­ren Men­schen ge­nutzt, die im na­he ge­le­ge­nen Se­nio­ren­heim woh­nen“, freut sich Pao­lo Pan­naz­zo.

Das eh­ren­amt­li­che En­ga­ge­ment der bei­den hat­te Vor­bild­cha­rak­ter. Vie­le Nach­barn hät­ten an­schlie­ßend auch Pa­ten­schaf­ten für die öf­fent­li­chen Grün­flä­chen an ih­ren Häu­sern über­nom­men, er­zählt das Ehe­paar. Im Ge­mein­de­ge­biet gibt es laut Rat­haus schon mehr als 70 Grün­pa­ten­schaf­ten. „Im­mer wie­der er­füllt es mich mit Stolz und Freu­de, dass un­se­re Bür­ger Rom­mers­kir­chen als ge­mein­sa­me Auf­ga­be ver­ste­hen“, so Bür­ger­meis­ter Mar­tin Mer­tens. Er hofft nun auf wei­te­re Grün­flä­chen­pa­ten. „In Zei­ten klam­mer Kas­sen kann das Rat­haus nicht mehr al­les al­lei­ne stem­men“, er­klärt Ge­mein­de­spre­cher El­mar Gas­ten. Ins­be­son­de­re in den Neu­bau­ge­bie­ten sei viel Wert auf Grün­ge­stal­tung ge­legt wor­den. Auch dort hofft die Ge­mein­de auf An­woh­ner, die sich für den öf­fent­li­chen Raum en­ga­gie­ren. Kon­takt be­kom­men In­ter­es­sier­te un­ter 02183 800-34 oder -35.

FO­TO: BE­RO

Pao­lo Pan­noz­zo ge­hört zu den mehr als 70 Grün­flä­chen­pa­ten in der Ge­mein­de und pflegt ei­nen Pflan­zen­kü­bel an der Al­brecht-Dü­rer-Al­lee.

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