El­tern star­ten Pe­ti­ti­on für mehr OGS-Plät­ze

Auf der In­ter­net­platt­form chan­ge.org läuft ei­ne Online-Pe­ti­ti­on für den OGS-Aus­bau in Neuss. Der Stadt­rat spricht heu­te über das The­ma.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON ANDREAS BUCHBAUER

NEUSS Wenn der Stadt­rat heu­te zu sei­ner vor­letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se zu­sam­men­kommt, wer­den auf der Be­su­che­rem­po­re im Neus­ser Rat­haus meh­re­re Fa­mi­li­en Platz neh­men – und sie wol­len sich in der Ein­woh­ner-Fra­ge­stun­de zu Wort mel­den. Der Grund: Die Po­li­tik de­bat­tiert über die feh­len­den Plät­ze in den au­ßer­un­ter­richt­li­chen An­ge­bo­ten der Of­fe­nen Ganz­tags­schu­le (OGS). Ins­ge­samt geht es um 350 OGS-Plät­ze. Mo­ni­ka Cla­ßen-Brink­mann ist ei­ne Mut­ter, die leer aus­ging und sich mit an­de­ren Be­trof­fe­nen in der Initia­ti­ve „Ei­nen OGS-Platz für je­des Kind“zu­sam­men­ge­schlos­sen hat. Auf der In­ter­net­platt­form chan­ge.org ha­ben die El­tern in­zwi­schen auch ei­ne Online-Pe­ti­ti­on ge­star­tet.

Die El­tern nut­zen sie, um auf die Be­deu­tung ei­nes ad­äqua­ten An­ge­bots in Neuss auf­merk­sam zu ma­chen. „Oh­ne OGS-Platz müss­te ich mit mei­ner Ar­beit auf­hö­ren“, schreibt ein Va­ter. Ein an­de­rer be­tont, dass „Exis­ten­zen dar­an hän­gen“. Ein flä­chen­de­cken­des OGSAn­ge­bot sei auch ein Merk­mal für die Fa­mi­li­en­freund­lich­keit ei­ner Stadt. Kei­nen OGS-Platz zu be­kom­men be­deu­te, so die El­tern­in­itia­ti­ve, für vie­le Fa­mi­li­en nicht nur, dass ein El­tern­teil sei­ne Er­werbs­tä­tig­keit auf­ge­ben müs­se, um die Betreuung si­cher­zu­stel­len. Es be­deu­te auch, dass Fa­mi­li­en mög­li­cher­wei­se an ih­re fi­nan­zi­el­le Gren­zen sto­ßen, weil ein Ein­kom­men nicht mehr zur Ver­sor­gung aus­rei­che – und dass die Al­ters­ab­si­che­rung in Ge­fahr ge­ra­te.

In­zwi­schen ist Be­we­gung im The­ma. CDU, SPD, Grü­ne und Lin­ke ha­ben ent­spre­chen­de An­trä­ge zu den OGS-Plät­zen für die Sit­zung des Stadt­rats ein­ge­reicht. Denn dort muss erst ein­mal ei­ne Grund­satz­ent­schei­dung zur fi­nan­zi­el­len Aus­stat­tung ge­trof­fen wer­den. Das Gre­mi­um hat laut Schul­de­zer­nen­tin Chris­tia­ne Zangs bis­lang das „Bud­get für rund 3250 OGS-Plät­ze be­schlos­sen, die ja auch von der Stadt be­zu­schusst wer­den“. Die OGS-Fi­nan­zie­rung fußt auf drei Säu­len: Land, Kom­mu­ne, El­tern. Nur wenn der Stadt­rat be­reit ist, mehr Geld in den Haus­halt ein­zu­stel­len, ist ei­ne Nach­bes­se­rung bei den OGS-Plät­zen mög­lich.

Die Si­gna­le da­für sind im Vor­feld der Sit­zung po­si­tiv. Auch Mo­ni­ka Cla­ßen-Brink­mann und ih­re El­tern­in­itia­ti­ve neh­men das zur Kennt­nis. „Es ist gut, dass Be­we­gung in die Sa­che ge­kom­men ist“, sagt Cla­ßen- RGE RMONI BÜ TO R Brink­mann. „Aber wich­tig ist, was am En­de da­bei her­um­kommt.“Sprich: Ei­ne Ent­schei­dung muss her. Dass dies gar nicht so ein­fach ist, ha­ben El­tern be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr er­fah­ren.

In ei­nem Brief an un­se­re Re­dak­ti­on schil­dern Schul­pfleg­schafts­vor­sit­zen­de von zwei Grund­schu­len, dass sich die Schul­pfleg­schaf­ten von neun Neus­ser Grund­schu­len be­reits 2016 für ei­nen OGS-Aus­bau in Neuss stark­ge­macht ha­ben. In Ge­sprä­chen sei „viel Ver­ständ­nis für das An­lie­gen der El­tern ge­äu­ßert“wor­den, heißt es in dem Schrei­ben. Es sei­en „je­doch kei­ne Lö­sun­gen“an­ge­bo­ten wor­den.

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