Stell­werk-Initia­ti­ve will ech­te Bür­ger­be­tei­li­gung

Die Initia­ti­ve um Fred Le­ven will dem Bür­ger-Work­shop zum Platz der Deut­schen Ein­heit heu­te fern­blei­ben. Die Mit­glie­der üben hef­ti­ge Kri­tik am Vor­ge­hen der Stadt im Rah­men des Inn­nestadt-Kon­zepts.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH - VON CARS­TEN SOMMERFELD

GRE­VEN­BROICH Heu­te Abend kön­nen die Gre­ven­broi­cher ih­re Wün­sche äu­ßern, wie der Platz der Deut­schen Ein­heit am Ein­gang zum Bahn­hofs­vier­tel künf­tig ge­stal­tet wer­den soll. Doch die Stell­werk-Initia­ti­ve, die sich für eben die­ses Vier­tel en­ga­giert, wird bei dem Bür­gerWork­shop nicht da­bei sein. Das er­klär­te ges­tern Vor­sit­zen­der Fred Le­ven. Ei­nen Tag vor dem Tref­fen üb­te die Initia­ti­ve hef­ti­ge Kri­tik am Vor­ge­hen der Stadt im Rah­men des In­nen­stadt-Ent­wick­lungs­kon­zepts, kurz ISEK. „Bür­ger­be­tei­li­gung geht an­ders“, er­klärt die Initia­ti­ve. „Wir brau­chen kei­ne Bür­ger­fo­ren, bei de­nen Wün­sche ge­äu­ßert wer­den kön­nen, die­se aber am En­de oh­ne Be­deu­tung sind, weil sie sich nicht mit den Vor­stel­lun­gen der Pla­nungs­be­hör­de de­cken. Wir brau­chen ech­te Bür­ger­be­tei­li­gung, bei der sich die Bür­ger mit­ge­nom­men füh­len“, heißt es in ei­ner Stel­lung­nah­me.

Im Vor­feld des Work­shops hat­te die Stadt er­klärt, dass sie den Bür­gern vor dem Tref­fen kei­ne Vor­ga­ben man­che wol­le und es „kei­ne Denk­ver­bo­te“ge­ben sol­le. „Das ist ein Schlag ins Kon­tor de­rer, die seit Mo­na­ten ver­su­chen, die Ver­ant­wort­li­chen in der Ver­wal­tung für die Si­tua­ti­on vor Ort zu sen­si­bi­li­sie­ren“, em­pört sich die Initia­ti­ve. Für die ei­gent­li­chen Pro­ble­me im Bahn­hofs­quar­tier ha­be die Stadt „kaum Ant­wor­ten, ge­schwei­ge denn kon­kre­te Inia­ti­ve ISEK Lö­sun­gen“. „Feh­len­de In­te­gra­ti­ons­und So­zi­al­ar­beit, feh­len­de Sau­ber­keit und Si­cher­heit, Pö­be­lei­en und Be­dro­hung von An­lie­gern und ei­ne ak­ti­ve Al­ko­hol- und Dro­gen­sze­ne“nennt die Stell­werk-Initia­ti­ve als ei­ni­ge der Pro­ble­me. Auch das ein­ge­setz­te Ci­ty-Ma­nage­ment ha­be den Trend zur Ab­wan­de­rung von Ein­zel­han­del und man­geln­den In­ves­ti­ti­ons­be­reit­schaft von Im­mo­bi­li­en­ei­gen­tü­mern nicht um­ge­kehrt. Die von der Stadt ge­nann­te Mög­lich­keit zu mehr Au­ßen­gas­tro­no­mie am Platz sei „ei­ne schö­ne Idee“. Doch wer wol­le „vor dem Hin­ter­grund der so­zia­len Pro­ble­me im Um­feld an der Rhe­ydter Stra­ße fla­nie­ren? Wer glaubt ernst­haft an Kon­zep­te mit Au­ßen­gas­tro­no­mie in Nä­he der bun­des­weit größ­ten Metha­donAus­ga­be­stel­le und in der Nä­he von Wett­bü­ros und Spiel­hal­len?“, fragt die Initia­ti­ve.

Ein wei­te­rer Knack­punkt ist die Ver­kehrs­füh­rung. Die Stadt plant auf dem mitt­le­ren Teil der Bahn­stra­ße ei­ne Ein­bahn­stra­ße in Rich­tung Krei­sel am al­ten Fi­nanz­amt so­wie ein Ein­bahn­stra­ßen-Drei­eck im Be­reich Bahn-/Dechant-Schütz- und Rhe­ydter Stra­ße. „Wir leh­nen das ab. Die Er­reich­bar­keit der Ge­schäf­te hier wür­de schlech­ter wer­den“, sagt Fred Le­ven. Händ­ler be­fürch­ten laut der Initia­ti­ve, ab­ge­schnit­ten zu wer­den, „ob­wohl das ISEK-Kon­zept ja genau das ver­hin­dern soll“. Zu­dem wer­de es wohl be­reits wäh­rend der Bau­pha­se schwie­rig, die Ge­schäf­te zu er­rei­chen.

Am En­de wür­den die An­lie­ger auch „noch für ei­ne mög­li­cher­wei­se schlech­te­re Lö­sung über An­lie­ger­bei­trä­ge zur Kas­se ge­be­ten“, er­klärt die Stell­werk-Initia­ti­ve. „Und kei­ner sagt uns, was uns an Kos­ten er­war­tet“, sagt Le­ven. Noch nicht ein­mal ei­ne gro­be Kal­ku­la­ti­on lie­ge vor. „So kann man mit den An­lie­gern nicht um­ge­hen“, be­tont der Vor­sit­zen­de ver­är­gert.

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