Schaf­hal­ter muss sich vor Ge­richt ver­ant­wor­ten

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN -

DOR­MA­GEN (ssc) Der ei­gent­li­che Fall liegt be­reits drei Jah­re zu­rück, lan­de­te zu­nächst beim Amts­ge­richt Neuss und geht nun in die nächs­te In­stanz: Am kom­men­den Di­ens­tag, 13. Ju­ni, muss sich ein 60-Jäh­ri­ger aus Dor­ma­gen vor dem Land­ge­richt Düs­sel­dorf ver­ant­wor­ten. Der Vor­wurf ge­gen den An­ge­klag­ten, der im Som­mer 2014 auf ei­nem Hof ei­ne Schaf­her­de mit rund 30 Tie­ren ge­hal­ten hat­te: Ver­stoß ge­gen das Tier­schutz­ge­setz.

Nach Darstel­lung des Amts­ge­richts Neuss war Fol­gen­des pas­siert: Am Abend des 15. Ju­ni 2014 ha­be der An­ge­klag­te ei­nes sei­ner Scha­fe auf der Wie­se lie­gend ge­fun­den. Wie sich her­aus­stell­te, war es von Ma­den be­fal­len. Der Dor­ma­ge­ner ha­be das Schaf dar­auf­hin zu sei­nem Pla­nen­an­hän­ger ge­bracht. Dort ha­be er dem kran­ken Tier Was­ser und et­was zu fres­sen ge­ge­ben. Zu­dem ha­be er es mit ei­nem Mit­tel ge­gen Au­ßen­pa­ra­si­ten be­sprüht.

Was zur An­kla­ge führte, war das wei­te­re Ver­hal­ten bzw. Nicht-Han­deln des Man­nes, wie aus dem Ge­richts­be­richt deut­lich wird. Denn der Dor­ma­ge­ner ließ das Schaf of­fen­bar ne­ben dem An­hän­ger lie­gen und ent­fern­te sich, oh­ne wei­te­re Schrit­te ein­zu­lei­ten.

Da­bei ha­be das Schaf 41 Grad Cel­si­us Fie­ber und Durch­fall ge­habt und sei au­ßer­dem stark mit Kot ver­schmutzt ge­we­sen. „Ob­wohl dem An­ge­klag­ten dies be­kannt war, ließ er das Schaf aus Gleich­gül­tig­keit bis zum nächs­ten Tag lie­gen, oh­ne die­ses zu säu­bern oder wei­ter zu be­han­deln. Er fand das Schaf am nächs­ten Vor­mit­tag tot auf“, heißt es in der Be­grün­dung des ers­ten Ur­teils, das das Amts­ge­richt Neuss am 30. Ja­nu­ar die­ses Jah­res ge­fällt hat­te. Der 60-Jäh­ri­ge wur­de zu ei­ner Geld­stra­fe von 40 Ta­ges­sät­zen zu je zehn Eu­ro ver­ur­teilt. Da­ge­gen hat­te der Be­schul­dig­te Be­ru­fung ein­ge­legt, die nun am Land­ge­richt ver­han­delt wird.

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