So scho­nen An­ge­hö­ri­ge ih­ren Rü­cken

Wer ei­nen An­ge­hö­ri­gen pflegt, ist ei­ner un­ge­wohn­ten Be­las­tung aus­ge­setzt. Vie­le Pfle­gen­de ha­ben schon sehr bald Pro­ble­me mit dem Kreuz. Dem lässt sich al­ler­dings vor­beu­gen.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN -

(tmn) Fast drei Vier­tel al­ler Pfle­ge­be­dürf­ti­gen wer­den in Deutsch­land zu Hau­se ver­sorgt, fast die Hälf­te von ei­nem An­ge­hö­ri­gen. Die we­nigs­ten ha­ben aber Er­fah­rung da­mit, ei­nen Men­schen rund um die Uhr zu be­treu­en, ihn zu wa­schen, zu bet­ten, ihm beim Es­sen zu hel­fen.

„Et­wa 14 Pro­zent über­neh­men all das auch noch ganz al­lein“, sagt Da­nie­la Sul­mann vom Zen­trum für Qua­li­tät in der Pfle­ge (ZQP). Es sei des­halb we­nig ver­wun­der­lich, dass Pfle­gen­de deut­lich häu­fi­ger krank wer­den als an­de­re. Vor al­lem der Rü­cken lei­det. Um dem vor­zu­beu­gen, soll­ten Pfle­gen­de vor al­lem ei­nen Satz mög­lichst sel­ten sa­gen: „Ich mach das schon al­lein.“Statt­des­sen su­chen sie sich bes­ser Hil­fe – von an­de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen, Nach­barn, Eh­ren­amt­li­chen oder ei­nem Pfle­ge­dienst.

Eben­falls wich­tig: so zu pfle­gen, dass der ei­ge­ne Rü­cken nicht lei­det. „Pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge kön­nen das in ei­nem Kurs ler­nen“, sagt Sul­mann. Die Pfle­ge­kas­sen bie­ten sol­che Trai­nings an. Al­ter­na­tiv be­zah­len sie je­man­den, der nach Hau­se kommt und dort rü­cken­scho­nen­de Pfle­ge schult.

„Die wich­tigs­te Grund­re­gel da­bei ist, ak­ti­vie­rend zu pfle­gen.“Das heißt, man nimmt dem Pfle­ge­be­dürf­ti­gen nicht ein­fach al­les ab, son­dern nutzt die vor­han­de­nen Fä­hig­kei­ten. „Statt den­je­ni­gen hoch­zu­zie­hen, bit­tet man ihn auf­zu­ste­hen und un­ter­stützt die Be­we­gung dann nur“, er­klärt Sul­mann. Zu er­klä­ren, was als Nächs­tes pas­siert, sei grund­sätz­lich wich­tig. „Ist der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge über­rascht, wenn es zum Bei­spiel zur Seite geht, hält er vi­el­leicht da­ge­gen.“

Und noch ei­nen prak­ti­schen Tipp gibt die Ex­per­tin: Fällt der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, soll­te der Pfle­gen­de ein Stück mit in die­se Be­we­gung ge­hen. Statt ihn kom­plett auf­zu­fan­gen, fängt man den Sturz bes­ser ab – auch wenn man am En­de selbst auf dem Bo­den sitzt.

Zu­sätz­lich rät Sul­mann, Hilfs­mit­tel zu nut­zen. Für Pfle­ge­bet­ten, die sich auf ei­ne rü­cken­freund­li­che Hö­he her­auf­fah­ren las­sen, gibt es eben­so Zu­schüs­se wie für Trep­pen­und Ba­de­wan­nen­lif­te. Wei­te­re In­fos un­ter www.zqp.de

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.