„Neuss ist ein ganz gro­ßes Thea­ter“

Der RLT-För­der­ver­ein zeich­ne­te die Schau­spie­le­rin­nen Ali­na Wolff und Her­gard En­gert aus.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KULTUR IN NEUSS - VON SUSANNE NIEMÖHLMANN

NEUSS Lau­da­to­rin Hel­ga Peppe­kus mach­te es kurz: „Ali­na Wolff“, ver­kün­de­te sie die neue För­der­preis­trä­ge­rin im Foy­er des Rhei­ni­schen Lan­des­thea­ters. Ne­ben die­ser plan­mä­ßi­gen Ent­hül­lung hielt der Abend noch ei­ne Über­ra­schung be­reit, die in der Ein­la­dung nicht ein­mal an­ge­deu­tet wor­den war: Erst­mals ver­gab der För­der­ver­ein ei­nen Son­der­preis, und die­sen er­hielt ei­ne sicht­lich ge­rühr­te Her­gard En­gert. Für den Satz des Abends aber dürf­te Fe­st­red­ner Juan León ge­sorgt ha­ben. Ein Thea­ter de­fi­nie­re sich über die Men­schen, die dar­in leb­ten und ar­bei­te­ten, so­wie das Pu­bli­kum: „Und in die­sem Sin­ne ist das Rheinische Lan­des­thea­ter in Neuss ein ganz gro­ßes Thea­ter – viel grö­ßer als manch an­de­res.“

Er­war­tungs­vol­le Span­nung lag in der Luft, als Joa­chim Rulfs als Vor­sit­zen­der des Krei­ses der Freun­de und För­de­rer des Rhei­ni­schen Lan­des­thea­ters Neuss die Gäs­te be­grüß­te. Er ließ die ver­gan­ge­ne Spiel­zeit Re­vue pas­sie­ren, er­in­ner­te an 13 Pre­mie­ren so­wie er­folg­rei­che Wie­der­auf­nah­men wie „The King’s Speech“und die Ein­la­dung der Pro­duk­ti­on „Bau­meis­ter Sol­ness“zum NRW-Thea­ter­tref­fen nach Det­mold. Nach der An­kün­di­gung von In­ten­dan­tin Bet­ti­na Jahn­ke, 2018 ans Thea­ter Pots­dam zu wech­seln, ha­be „sich die Schock­star­re in­zwi­schen ge­löst und wir wis­sen: Es geht wei­ter.“Der Fin­dungs­kom­mis­si­on wünsch­te er ein „schnel­les, glück­li­ches und gleich­wohl kri­ti­sches Händ­chen bei der Neu­be­set­zung“. Sei­nen Traum­be­ruf, den er seit 1991 aus­übt, be­schrieb der Deutsch-Chi­le­ne Juan León als Raum­kunst: „Wir ge­stal­ten phy­si­sche und geis­ti­ge Räu­me für die Ide­en des Re­gis­seurs und der Schau­spie­ler, für die In­ten­ti­on des Au­tors und die Fan­ta­sie der Zu­schau­er,“sag­te der 51-Jäh­ri­ge, der eher für re­du­zier­te, abs­trak­te denn ba­ro­cke Aus­stat­tun­gen be­kannt ist. Un­ver­ges­sen et­wa der „Kos­mos aus Bret­tern und Stüh­len“ für die Büh­nen­ad­ap­ti­on von Jo­seph Roths Ro­man „Hi­ob“am RLT. Die Eh­rung von Her­gard En­gert über­nahm Chris­ti­an Rulfs, Bru­der des För­der­ver­eins-Vor­sit­zen­den. Die Preis­trä­ge­rin ha­be das Pu­bli­kum seit 2004 in 66 Pro­duk­tio­nen be­glückt, so ziem­lich „al­les ge­spielt, was Rang und Na­men hat“und sich da­bei als ver­läss­li­che Künst­le­rin und Kol­le­gin er­wie­sen. Jetzt wol­le sie et­was kür­zer tre­ten und sich mehr um Pri­va­tes küm­mern.

An För­der­preis­trä­ge­rin Ali­na Wolff hob Hel­ga Peppe­kus zu­nächst die frau­lich-sport­li­che Er­schei­nung her­vor, zu der sich ei­ne „enor­me Band­brei­te ih­rer dar­stel­le­ri­schen Fä­hig­kei­ten“ge­sel­le. Die ge­bür­ti­ge Ber­li­ne­rin kam 2015 über Tri­er, wo sie in Ib­sens „Hed­da Ga­bler“re­üs­sier­te, nach Neuss, be­ein­druck­te et­wa als „Jung­frau von Or­léans“, Re­gie­as­sis­ten­tin Pop­py in „Der nack­te Wahn­sinn“oder – mit ei­ner au­ßer­ge­wöhn­lich si­che­ren Alt­stim­me – als Ma­ri­lyn Mon­roe in „Ge­fal­le­ne En­gel“. Dem Dank an die Thea­ter­lei­tung „für die tol­len Rol­len, die ich hier be­kom­me“und ans Pu­bli­kum schloss Ali­na Wolff den Dank an die Kol­le­gen an.

NGZ-FOTO: WOI

Die Preis­trä­ge­rin­nen Ali­na Wolff (Mit­te, links) und Her­gard En­gert freu­en sich mit Vol­ker Gärt­ner (links), Hel­ga Peppe­kus und Joa­chim Rulfs.

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