Bü­cher­bum­mel will Li­te­ra­tur­fest wer­den

Frü­her ge­hör­ten die Stän­de auf der Kö­nigs­al­lee den Buch­händ­lern – aber es gibt im­mer we­ni­ger. Die Or­ga­ni­sa­to­ren set­zen da­her mehr auf Ver­la­ge und an­de­re An­bie­ter. Bis Sonn­tag er­war­ten sie 200.000 Be­su­cher.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF - VON ARNE LIEB

Die Veranstalter des Bü­cher­bum­mels er­war­ten bis Sonn­tag wie­der rund 200.000 Be­su­cher auf der Kö­nigs­al­lee – und wol­len die Tra­di­ti­ons­ver­an­stal­tung in ein neu­es Zeit­al­ter füh­ren. Das Fest der Buch­händ­ler spürt den Sie­ges­zug des Online-Han­dels, im­mer we­ni­ger Händ­ler kom­men an die Kö. Die Zahl der Stän­de ist trotz­dem fast gleich ge­blie­ben – und die Or­ga­ni­sa­to­ren zei­gen sich op­ti­mis­tisch. Sie ver­su­chen, den Bum­mel im­mer mehr für wei­te­re An­bie­ter rund ums Buch zu öff­nen. „Er ist das Fest des Le­sens und der Bü­cher“, sagt Patri­ce Da­ras, der Vor­sit­zen­de des Bü­cher­bum­mel-Ver­eins.

Lan­ge vor­bei sind die Zei­ten, als rund 30 An­bie­ter von neu­en Bü­chern ver­tre­ten wa­ren. In­zwi­schen sind fast nur noch An­ti­qua­ria­te zu fin­den, und ih­nen ge­hö­ren nur 13 von ins­ge­samt 76 Stän­den. Auch gro­ße Häu­ser wie der Stern-Ver­lag ha­ben auf­ge­ge­ben, da­für be­herr­schen Ket­ten die Bran­che.

Die Or­ga­ni­sa­to­ren ver­su­chen als Fol­ge, mehr Ver­la­ge als Aus­stel­ler zu ge­win­nen, das zeigt ers­te Er­fol­ge. Au­ßer­dem wol­len sie mit ei­nem bun­ten Pro­gramm punk­ten – dies­mal so­gar mit Stra­ßen­thea­ter. Auch Kul­tur­in­sti­tu­te, Gas­tro­no­men und Ge­schäfts­leu­te von der Buch­bin­de­rei bis zum Kunst­ma­ler sind da­bei. Da­zu kommt ein Büh­nen­pro­gramm.

Im Jahr 2014 war der Bum­mel we­gen Or­kan „Ela“ab­ge­sagt wor­den. Es folg­te ein Streit über die Kos­ten – über den die heu­ti­gen Ma­cher am liebs­ten nicht mehr re­den wol­len. Sie freu­en sich, dass die Ver­an­s­tal- Meis­tens le­se ich im Ur­laub und dann ger­ne Kri­mis, hin und wie­der auch leich­te Ro­ma­ne. Haupt­säch­lich le­se ich aber Kin­der­bü­cher, da ich ei­ne acht­jäh­ri­ge Toch­ter ha­be. Im Mo­ment liegt ne­ben mei­nem Bett: „Se­cret dia­ry of a call­girl“von Broo­ke Ma­gnan­ti. tung trotz al­ler Sor­gen in der Bran­che fest eta­bliert ist. Den Kern bil­den im­mer noch die Buch­händ­ler; zu er­ste­hen gibt es et­wa wert­vol­le Erst­aus­ga­ben, aber auch vie­le Schnäpp­chen. Der Ver­ein legt da­bei Wert auf Qua­li­tät: Meh­re­re Buch­hand­lun­gen durf­ten nicht wie­der­kom­men, weil An­ge­bot und Prä­sen­ta­ti­on zu we­nig hoch­wer­tig wa­ren.

Für die An­ti­qua­ria­te ist es wich­tig, ih­re Kund­schaft auf sol­chen Ver­an­stal­tun­gen zu su­chen, sagt Reinard Den­ecke, der ein An­ti­qua­ri­at in Braun­schweig be­treibt und dies­mal als „Aus­wär­ti­ger Gast“auf Ein­la- Ich le­se und schaue sehr ger­ne Kri­mis. Span­nen­de und in­ter­es­san­te Ge­schich­ten fas­zi­nie­ren mich. Mo­men­tan le­se ich „Der letz­te Be­fehl“von Lee Child. dung des Ver­eins da­bei ist. We­ni­ger In­ter­es­sen­ten kä­men in sein Ge­schäft. Auf An­läs­sen wie dem Bü­cher­bum­mel er­rei­che er ein neu­es Pu­bli­kum. Den­ecke nimmt da­her auch die wei­te An­fahrt in Kauf. „Es ist wich­tig zu zei­gen, dass es die Kul­tur der An­ti­qua­ria­te noch gibt.“

Zum Bü­cher­bum­mel fin­den auch wie­der die Li­te­ra­tur­ta­ge statt, ein Fes­ti­val, das Buch­händ­ler, Li­te­ra­tur­bü­ro NRW, Hei­ne-In­sti­tut, Stadt­bü­che­rei und Zakk ge­mein­sam aus­rich­ten. Es läuft an ver­schie­de­nen Or­ten bis zum 18. Ju­ni. „Li­ber­té“lau­tet das Mot­to mit Blick auf die Tour de Fran­ce. Zu Gast sind un­ter an­de­rem Ca­ro­lin Em­cke, Wolf Bier­mann und Stefanie Sarg­na­gel.

Auf dem Bum­mel selbst gibt es ein Le­se­zelt, in dem auch Song­wri­ter, Ka­ba­ret­tis­ten oder Stra­ßen­poe­ten auf­tre­ten. An je­dem Tag gibt es Pro­gramm ab 13 Uhr, bei gu­tem Wetter drau­ßen. Die Auf­trit­te sind ei­ne wich­ti­ge Chan­ce für lokale Au­to­ren, sich zu prä­sen­tie­ren, sagt Pro­gramm­pla­ne­rin Christine Brink­mann – auch wenn das Le­sen vor Lauf­pu­bli­kum ei­ne Her­aus­for­de­rung ist. Au­ßer­dem ist wie­der ein Le­se­zelt für Kin­der auf­ge­baut. Am liebs­ten Har­ry Pot­ter und Pfer­de­bü­cher, weil ich Pfer­de so ger­ne mag. „Hü­ter der Er­in­ne­rung“von Lois Lo­wry, weil ich das für die Schu­le le­sen muss. So gut ge­fällt mir das Buch aber nicht, weil es the­ma­tisch et­was schwie­rig ist.

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