Ka­nal­netz bringt deut­lich mehr als er­war­tet

Durch den Ver­kauf will das Am­pel-Bünd­nis den Haus­halt sa­nie­ren. Die FDP warnt, man müs­se trotz­dem wei­ter spa­ren.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF -

(arl) Der Ver­kauf des Ka­nal­net­zes an ei­ne Stadt­toch­ter wird er­heb­lich mehr Geld brin­gen als zu­nächst er­war­tet. Die Käm­me­rei hat­te zu­nächst mit 400 Mil­lio­nen Eu­ro ge­rech­net, in­zwi­schen geht sie nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on von ei­nem ho­hen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag aus, al­so mög­li­cher­wei­se so­gar dem dop­pel­ten Be­trag wie er­war­tet. Klar­heit wird das Pa­pier brin­gen, das Käm­me­rin Do­rot- hée Schnei­der in die kom­men­de Sit­zung des Bau­aus­schus­ses am 20. Ju­ni ein­brin­gen will. Dann könn­te der Stadt­rat den De­al in sei­ner letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se (13. Ju­li) be­schlie­ßen.

Durch den Ver­kauf will das Am­pel-Bünd­nis aus SPD, Grü­nen und FDP die Auf­nah­me von Kre­di­ten ver­mei­den – dar­auf hat­ten ins­be­son­de­re die Li­be­ra­len ge­drängt. Der Käu­fer ist der stadt­ei­ge­ne Ent­wäs­se- rungs­be­trieb, es han­delt sich al­so nicht um ei­ne Ve­r­äu­ße­rung an ei­nen In­ves­tor. Die Po­li­ti­ker ha­ben wie­der­holt be­tont, dass sich die Ge­büh­ren nicht er­hö­hen wer­den. Da es sich nicht um ei­nen Ver­kauf an ei­nen frei agie­ren­den Ak­teur han­delt, wird der Kauf­preis er­rech­net. Die De­tails da­zu wird die Ver­wal­tungs­spit­ze bald vor­stel­len.

Man­fred Neu­en­haus (FDP) warnt da­vor, die fal­schen Schlüs­se aus dem Geld­se­gen zu zie­hen. Er ver­weist dar­auf, dass die Stadt al­lein mehr als 600 Mil­lio­nen Eu­ro in den Schul­bau in­ves­tiert, da­zu kommt der Bau von bis­lang zwei neu­en Schwimm­bä­dern. „Das Geld ist be­reits aus­ge­ge­ben“, sagt Neu­en­haus. Die Stadt müs­se da­her an ih­ren Spar­zie­len fest­hal­ten, es ge­be kei­nen Spiel­raum für neue Aus­ga­ben. Da­bei geht es vor al­lem um die so­ge­nann­ten kon­sum­ti­ven Aus­ga­ben, al­so die lau­fen­den Kos­ten. Die Stadt gibt in je­dem Jahr mehr aus, als sie ein­nimmt. Ei­ne Kom­mis­si­on des Stadt­rats ar­bei­tet der­zeit an Ge­gen­vor­schlä­gen, die Re­de ist von ei­nem Spar­ziel von 100 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr. Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel (SPD) lässt zu­dem ein Per­so­nal-Spar­pro­gramm ent­wi­ckeln. Die Stadt gibt 553 Mil­lio­nen Eu­ro in die­sem Jahr für Per­so­nal aus, das ist der größ­te Pos­ten un­ter den Aus­ga­ben.

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