Wie­der­se­hen mit dem Pia­nis­ten Ra­du Lu­pu

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KULTUR -

Klas­sik Im Düs­sel­dor­fer Ro­ber­tSchu­mann-Saal gibt es jetzt, im Rah­men des Kla­vier­fes­ti­vals Ruhr, ein Wie­der­se­hen mit dem fa­mo­sen ru­mä­ni­schen Pia­nis­ten Ra­du Lu­pu. Der 1945 ge­bo­re­ne Künst­ler, der nach sei­nen Sie­gen beim Van-Cli­burn-Wett­be­werb und in Leeds zu den gro­ßen und weit­hin be­gehr­ten Meis­tern sei­nes Fachs zählt, gilt als ei­ner der fein­sin­nigs­ten Mu­si­ker un­se­rer Zeit, als Be­wah­rer von Form und Geist; Mätz­chen sind nicht sei­ne Sa­che, das Kunst­werk und des­sen ge­treu­li­che Um­set­zung ste­hen als hei­li­ger Im­pe­ra­tiv über sei­nem Tun. Im Ro­bert-Schu­mann-Saal (Mon­tag, 19. Ju­ni, 20 Uhr) tritt er mit ei­nem Pro­gramm auf, das die Ro­man­tik von meh­re­ren Sei­ten be­leuch­tet. Am An­fang spielt er die spä­ten f-Moll-Va­ria­tio­nen von Jo­seph Haydn, dann folgt Ro­bert Schu­manns raum­grei­fen­de C-DurFan­ta­sie. Nach der Pau­se spielt Ra­du Lu­pu den Zy­klus „Die Jah­res­zei­ten“von Pe­ter Tschai­kow­ski (www.kla­vier­fes­ti­val.de). w.g. dar­auf hin, wie sehr fran­zö­si­scher Geist in Russ­land über lan­ge Zeit do­mi­nier­te, bis in die Sprach­ge­bung. Aber es pfeift auch fran­zö­si­scher Esprit aus al­len Rit­zen und Fu­gen die­ses köst­li­chen Werks.

Jetzt gibt es ei­ne groß­ar­ti­ge neue Auf­nah­me des Werks, die dem Witz und dem schnur­ri­gen Neo­klas­si­zis­mus die­ser Mu­sik nach­spürt und nicht wie in ei­nem Ge­schwind- marsch an den Köst­lich­kei­ten der Par­ti­tur vor­bei­braust. Ver­ant­wor­tet wird sie von Tu­gan Sok­hiev, dem groß­ar­ti­gen jun­gen rus­si­schen Di­ri­gen­ten, und dem Deut­schen Sym­pho­nie­or­ches­ter Berlin. Zwi­schen den Part­nern herrsch­te, wie die Auf­nah­me zeigt, in­ni­ges Ein­ver­neh­men. In der Ber­li­ner Les­art vi­briert die Par­ti­tur vor Geist­reich­tum.

Kom­plet­tiert wird die CD, die bei der So­ny er­schie­nen ist, durch die spä­te cis-Moll-Sin­fo­nie (die so­zu­sa­gen Pro­ko­fieffs spä­ter Re­flex sei­nes ei­ge­nen Neo­klas­si­zis­mus ist) und die sa­ti­ri­sche „Leut­nant Ki­jé“-Sui­te.

Wolf­ram Go­ertz

FOTO: CREUTZIGER

Ra­du Lu­pu.

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