Hei­mat­be­griff und Mi­gra­ti­on

Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung lud zur Dis­kus­si­on über Zu­wan­de­rung ein.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON RU­DOLF BARNHOLT

NEUSS „Wel­ches Land wol­len wir sein?“: Die Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung hat­te am Sams­tag zu ei­ner Dis­kus­si­on ins Foy­er des Rhei­ni­schen Lan­des­thea­ters ein­ge­la­den. Mit da­bei: Fünf so­ge­nann­te Im­puls­ge­ber, dar­un­ter Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he. Es ging vor al­lem um Zu­wan­de­rung, um den Be­griff „Hei­mat“, und es wur­de durch­aus kon­tro­vers dis­ku­tiert.

Hei­mat – da­mit ver­bin­det Her­mann Grö­he zu al­ler­erst Men­schen, die Fa­mi­lie, aber auch die Freun­de im Schüt­zen­zug. Er fin­det es be­schä­mend, wenn der Be­griff be­nutzt wird, um Ängs­te und Frem­den­feind­lich­keit zu schü­ren.

Kann und muss Deutsch­land be­din­gungs­los un­end­lich vie­le Flücht­lin­ge auf­neh­men, wenn sie denn ins Land kom­men? Chris­toph Waf­fen­schmidt, Vor­stands­vor­sit­zen­der von World, be­ton­te „die Ver­ant­wor­tung Deutsch­lands als rei­ches Land für die­se Welt“. Man hat­te nicht den Ein­druck, dass er ir­gend­wel­che Gren­zen in Be­zug auf Zu­wan­de­rung sieht. Für Alexander Ca­ri­us, Di­rek­tor von „adel­phi“und Mit­grün­der von „Die of­fe­ne Ge­sell­schaft“, ist die Fra­ge „wo willst du hin?“wich­ti­ger als die Fra­ge nach der Her­kunft ei­nes Men­schen.

Yas­min Hon­nef stu­diert un­ter an­de­rem Po­li­tik­ma­nage­ment. Sie be­klag­te die der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on un­ter an­de­rem durch be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge auf­ge­zwun­ge­ne Rast­lo­sig­keit, die ein Hei­mat­ge­fühl gar nicht erst auf­kom­men las­se. Ihr Cre­do: „Der Hei­mat­be­griff darf nicht da­für miss­braucht wer­den, an­de­re aus­zu­gren­zen.“Se­rap Gü­ler, CDULand­tags­ab­ge­ord­ne­te mit tür­ki­schen Wur­zeln, er­klär­te: „Deutsch­land ist mei­ne Hei­mat.“

Ein Va­ter aus Neuss be­klag­te Ten­den­zen zu gro­ßer An­pas­sung ge­gen­über Mus­li­men und nann­te als Bei­spiel ein Kin­der­gar­ten­fest, auf dem es we­der Bier noch Bock­wurst ge- ben soll­te. Ein Deut­scher mit grie­chi­schen Wur­zeln ge­stand: „Mir ge­fällt es hier gut. Deutsch­land ist ein kos­mo­po­li­ti­sches Land.“„In Ka­me­run sind die Men­schen freund­li­cher als hier, aber hier hat je­der die Chan­ce, et­was aus sich zu ma­chen“, er­klär­te ei­ne Frau aus dem afri­ka­ni­schen Land. „Zur Of­fen­heit ge­gen­über Men­schen aus an­de­ren Län­dern ge­hö­ren auch Spiel­re­geln“, er­klär­te Grö­he. Teil­neh­mer der von Michaela Ren­sing mo­de­rier­ten Talk­run­de spra­chen sich ge­gen ei­ne An­bie­de­rung an die is­la­mi­sche Kul­tur aus. Dem stimm­te Grö­he zu: „Die Leu­te kom­men nach Deutsch­land, weil es so ist, wie es ist.“

FOTO: WOI

Alexander Ca­ri­us, Se­rap Gü­ler, Her­mann Grö­he, Michaela Ren­sing, Yas­min Hon­nef, Sa­bi­ne Ha­big und Chris­toph Waf­fen­schmidt dis­ku­tier­ten im RLT.

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