Son­ni­ges Schüt­zen­fest mo­bi­li­siert ganz Kaarst

Schüt­zen­kö­nig Wil­li Kel­ler wird als Bür­ger­kö­nig ge­fei­ert, Kö­ni­gin Alex­an­dra vor der Pa­ra­de mit ei­ner „Bür­ger­meis­ter-Ro­se“über­rascht.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST - VON RU­DOLF BARNHOLT

KAARST „Wir sind auf der Son­nen­sei­te des Le­bens“, freu­te sich Kon­ny Wilms, der ges­tern die Kö­nigs­pa­ra­de mo­de­rier­te. Er mein­te da­mit das tol­le Wet­ter und die dar­aus re­sul­tie­ren­de her­vor­ra­gen­de Stim­mung. Be­reits am Sams­tag­abend schien es an­ge­sichts der vie­len Men­schen im Zelt, auf dem Schüt­zen­platz und auf den Stra­ßen, als sei­en al­le Kaars­ter auf den Bei­nen, als ha­be sich je­der ger­ne vom Schüt­zen­vi­rus in­fi­zie­ren las­sen. Schüt­zen­kö­nig Wil­li Kel­ler hat sich längst als wür­di­ger Re­gent er­wie­sen – und als ein sehr volks­na­her noch da­zu.

Es lief bis jetzt al­les wie am Schnür­chen. Al­ler­dings konn­te Jä­ge­r­ad­ju­tant Ralf Sell nicht wie ge­wohnt sei­nes Am­tes wal­ten: Er war im Rah­men der Vor­be­rei­tun­gen vom Pferd ge­stürzt, hat­te sich ei­nen Be­cken­kamm­bruch zu­ge­zo­gen und lässt sich jetzt von Andre­as Zim­mer ver­tre­ten.

Ge­ne­ral Klaus Geh­len er­laub­te trotz der ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren kei­ne „Marscher­leich­te­rung“. Die di­cken Uni­form­ja­cken wa­ren beim Ein­zug ins Zelt to­tal durch­ge­schwitzt, zum Glück lie­ßen die küh­len Bie­re nicht lan­ge auf sich war­ten: Mit dem neu­en Zelt­wirt Karl-Heinz Oel­lers und sei­nem Ser­vice wa­ren die Schüt­zen zu­frie­den und mit dem neu­en Zelt auch. Der Kö­nig und sei­ne Kö­ni­gin Cil­li hat­ten Stüh­le mit Fuß­bän­ken hin­ge­stellt be­kom­men, die in ih­rer Pracht ei­nes Kö­nigs­paa­res durch­aus wür­dig sind.

Eben­falls her­aus­ra­gend, und zwar im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes: Die Maie, die die Sap­peu­re dem Kö­nig an der Re­si­denz an der Neus­ser Stra­ße 101 b setz­ten, ist mit ih­ren 16 Me­tern Hö­he ganz schön im­po­sant. „Es ist bes­ser, als ich es mir er­träumt ha­be“, lau­te­te die Zwi­schen­bi­lanz von Mi­nis­ter Patrick Kel­ler. Sein Va­ter sei „hin und weg“. Er und Mi­nis­ter Lars Ro­sen­kranz ver­fü­gen über ei­nen Not­fall­kof­fer für den Fall der Fäl­le. Über den In­halt ver­riet der Kö­nigs­sohn nur so viel: „Da ist al­les drin vom Deo über die Kopf­schmerz­ta­blet­te bis hin zum Pflas­ter.“An­ge­sichts des doch et­was zu war­men Wet­ters mach­te sich der Kö­nig scherz­haft Selbst­vor­wür­fe: „Ich ha­be den St. Se­bas­tia­nus viel­leicht zu gründ­lich ge­putzt.“Die­se Rei­ni­gung ist ein Brauch, um wäh­rend des Schüt­zen­fes­tes Pe­trus gnä­dig zu stim­men.

Jung­schüt­zen­kö­nig Patrick Scholz brach­te sei­ne Ein­drü­cke wie folgt auf den Punkt: „Wahn­sinn – to­tal su­per.“Was ihn ein we­nig trau­rig stimmt: „Mein Groß­va­ter ist so krank, dass er gar nicht rea­li­siert, dass ich Kaars­ter Jung­schüt­zen­kö­nig bin.“Der Opa, Die­ter Schmidt, ist ei­ne be­kann­te Per­sön­lich­keit im Ort. Das Schüt­zen­fest ist für Patrick und sei­nen Mi­nis­ter Chris­ti­an Hü­gen nicht die größ­te Her­aus­for­de­rung in die­sem Jahr: Im Sep­tem­ber geht“s auf Welt­rei­se, ers­tes Ziel könn­te Ja­pan sein.

Prä­si­dent Claus Schif­fer be­zog sich ges­tern bei der Kranz­nie­der­le­gung am Eh­ren­mal auf den Song „Al­tes Fie­ber“von den To­ten Ho­sen: „Das Lied be­schreibt, was wir als Schüt­zen ma­chen.“Er freut sich, dass das Schüt­zen­fest für jun­ge Leu­te in­ter­es­sant ist. Und er weiß, dass es mor­gen min­des­tens ei­nen Be­wer­ber ge­ben wird, der den Kö­nigs­vo­gel von der Stan­ge ho­len wird – ei­ne sehr be­ru­hi­gen­de Per­spek­ti­ve.

Kon­ny Wilms über­reich­te ges­tern vor der Pa­ra­de je­weils ei­ne Ro­se an die Kö­ni­gin so­wie an die Mi­nis­te­rin­nen Alex­an­dra Kel­ler und Andrea Ro­sen­kranz. Er scherz­te: „Die ha­be ich im Gar­ten von Bür­ger­meis­te­rin Ulrike Ni­en­haus ge­pflückt.“

FO­TOS (3): A. TINTER

Hö­he­punkt des Fes­tes für Schüt­zen­kö­nig Wil­li Kel­ler: Bei Auf­marsch und Pa­ra­de zeig­te er sich als volks­na­her Bür­ger­kö­nig.

Far­ben­präch­ti­ger Blick­fang vor der Pa­ra­de: der Auf­zug der Hö­nes­se.

In pral­ler Son­ne war­te­ten Schau­lus­ti­ge auf das Kaars­ter Re­gi­ment.

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