Zu viel In­for­ma­ti­on

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - LESERBRIEFE -

För­dert un­se­re In­for­ma­ti­ons­ge­sell­schaft mit ih­rer paw­low­schen Re­ak­ti­on auf je­den ter­ro­ris­ti­schen An­schlag in­di­rekt sol­che Ge­walt­ex­zes­se? Be­fän­den wir uns bei­spiels­wei­se am Be­ginn der Neu­zeit, könn­te über An­schlä­ge nicht mas­sen­haft in­for­miert wer­den, die Men­schen er­füh­ren zeit­gleich nichts da­von und lie­ßen sich des­halb nicht in Angst ver­set­zen. Aus die­sem Grund fän­den sie gar nicht statt. Frei­lich lässt sich der me­dia­le Fort­schritt nicht zu­rück­dre­hen. In­for­ma­ti­on und Auf­klä­rung sind we­sent­li­che Ele­men­te der frei­heit­li­chen Ge­sell­schaf­ten. An­de­rer­seits er­sti­cken die Men­schen in der Flut von In­for­ma­tio­nen. Sie kön­nen das Wah­re vom Un­wah­ren kaum noch un­ter­schei­den und ver­ste­hen die Zu­sam­men­hän­ge nur teil­wei­se oder gar nicht mehr. Ist der in­for­mier­te Mensch viel­leicht nur ei­ne Il­lu­si­on, de­ren un­ge­woll­te Ne­ben­wir­kung den Ter­ro­ris­mus erst at­trak­tiv macht? Ha­rald Kel­de­nich 41564 Kaarst

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