Rh­ein­kraft-Leicht­ath­le­ten oh­ne Haus­recht

Die Stadt über­nimmt werk­tags die Re­gie auf der Lud­wig-Wol­ker-An­la­ge und sucht Lö­sun­gen für al­le Sport­zen­tren.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - MEDIEN -

CHRIS­TOPH KLEINAU NEUSS Die DJK Rh­ein­kraft ist nicht mehr Haupt­nut­zer der Leicht­ath­le­tik-An­la­gen auf der Lud­wig-Wol­kerS­port­an­la­ge. Nach­dem sich mehr als 100 Sport­ler aus der – von Be­läs­ti­gungs­vor­wür­fen ge­beu­tel­ten – Leicht­ath­le­tik­ab­tei­lung in Rich­tung des Nach­bar­ver­eins DJK No­ve­sia ab­ge­mel­det ha­ben, wur­de jetzt zum Be­trieb auf der An­la­ge ein neu­er Ver­trag mit der Stadt nö­tig. Der sieht die Ver­län­ge­rung ei­ner als Not­lö­sung ein­ge­führ­ten „Fünfp­lus-zwei-Re­ge­lung“vor und bringt die Kom­mu­ne wie­der in die Si­tua­ti­on, den Trai­nings­be­trieb zu­min­dest werk­tags bis in die spä­ten Abend- st­un­den mit ei­ge­nem Auf­sichts­per­so­nal si­cher­zu­stel­len. Mor­gen be­schäf­tigt die Re­ge­lung den Sport­aus­schuss.

„Wir sind aber noch der Ver­ein auf die­ser An­la­ge“, be­tont Pe­ter Orth als zwei­ter Vor­sit­zen­der der Rh­ein­kraft. Sein Ver­ein re­gelt den Trai­nings­be­trieb künf­tig aber nur noch an den Wo­che­n­en­den. An die­sen Ta­gen ist grund­sätz­lich kein Leicht­ath­le­tik­trai­ning mög­lich. Viel­mehr steht die Be­zirks­sport­an­la­ge am Je­an-Pul­len-Weg dann dem Fuß­ball-Spiel­be­trieb der DJK Rh­ein­kraft zur Ver­fü­gung.

Den al­ten Mit­ver­ant­wor­tungs­ver­trag hat­te die Stadt vor­sorg­lich mit Wir­kung zum 30. Ju­ni ge­kün­digt. Sie Mat­thi­as Welp­mann re­agiert da­mit auf die neue Si­tua­ti­on bei der Rh­ein­kraft, de­ren Leicht­ath­le­tik­ab­tei­lung nach Orths Darstel­lung kei­ne 80 Mit­glie­der mehr zählt. Die Stadt hat aber – aus ge­ge­be­nem An­lass – auch die Ge­le­gen­heit ge­nutzt, im Ver­trag mit der Rh­ein­kraft die Ver­pflich­tung zur Ein­hal­tung, ins­be­son­de­re der Ju­gend­schutz­be­stim­mun­gen, noch ein­mal aus­drück­lich zu ver­an­kern.

Der Stadt­sport­ver­band war in die Ge­sprä­che zwi­schen Stadt und Heim­ver­ein ein­ge­bun­den, be­stä­tigt Ge­schäfts­füh­rer Gös­ta Mül­ler. Ein Pro­blem sei es ge­we­sen, Trai­nings- zei­ten für an­de­re Ver­ei­ne mit gro­ßen Leicht­ath­le­tik­ab­tei­lun­gen – na­ment­lich der DJK No­ve­sia und der TG Neuss – so­wie von Ein­zel­sport­lern auf der Wol­ker-Sport­an­la­ge fest­zu­schrei­ben. Dass die Rh­ein­kraft, als nur noch „klei­ner“Leicht­ath­le­tik­ver­ein, die Ver­ant­wor­tung für den Trai­nings­be­trieb auch we­gen ver­si­che­rungs­recht­li­chen Fra­gen nicht wei­ter über­neh­men konn­te und woll­te, kön­ne er so­gar ver­ste­hen, sagt Mül­ler.

Das Zu­tritts­recht für Sport­ler aus an­de­ren Ver­ei­nen ist ein völ­lig neu­es Pro­blem. Bis­lang galt, dass ein Ver­ein auf je­der Be­zirks­sport­an­la­ge abends und an den Wo­che­n­en­den Haus­recht und Schlüs­sel­ge­walt hat, doch die­ses Ord­nungs­prin­zip wird mit der ein­ge­lei­te­ten Zen­tren­bil­dung durch­bro­chen. Sport­de­zer­nent Mat­thi­as Welp­mann spricht so­gar von ei­nem Pa­ra­dig­men­wech­sel und ei­ner be­son­de­ren Her­aus­for­de­rung. Von den Ver­ei­nen, die die im Auf­bau be­find­li­chen Zen­tren nut­zen, er­war­te er Ko­ope­ra­ti­ons­be­reit­schaft, sagt Welp­mann: „Wir ge­ben den Ver­ei­nen Zeit zur Um­stel­lung, doch die An­sa­ge ist klar“, sagt der Bei­ge­ord­ne­te, der hoch­wer­ti­ge, aber dann auch ver­nünf­tig aus­ge­las­te­te An­la­gen se­hen will.

Ak­tu­ell sind drei Fuß­ball­zen­tren de­fi­niert, bei de­nen noch am ehes­ten ko­ope­ra­ti­ve Nut­zungs­mo­del­le vor­stell­bar sind. So ha­ben SG Erft­tal und DJK Gna­den­tal ja schon vor­ab ei­ne Zu­sam­men­ar­beit ver­trag­lich ge­re­gelt. So­bald aber ein Zen­trum ent­steht, das – wie et­wa das Zen­trum für ame­ri­ka­ni­sche Sport­ar­ten in Weck­ho­ven – meh­re­re Ver­ei­ne un­ter­schied­lich nut­zen, wird es knif­fe­li­ger. Aber so weit sei es noch nicht, sagt Mül­ler – und für die „Wol­kerAn­la­ge“lie­ge end­lich ein Ver

trag vor.

Sport­de­zer­nent

FO­TO: WOI

Die Lud­wig-Wol­ker-Sport­an­la­ge.

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