Aschen­put­tel fei­ert tol­le Pre­mie­re

Be­such der Mär­chen­spie­le in Zons lohnt sich für Groß und Klein.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN -

ZONS (laki) Es wur­de wie­der mär­chen­haft bei „Aschen­put­tel“in Zons. Und das wirk­lich im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, denn die Mär­chen­spie­le auf der Frei­licht­büh­ne ha­ben ei­ne ganz be­son­ders lie­be­vol­le Au­ra. Nicht nur we­gen des so schön nost­al­gi­schen Hauchs an Re­tro­spek­ti­ve, den sie aus­strah­len. Sie sind mit viel Herz­blut ge­macht. Das liegt an der wun­der­ba­ren Art und Wei­se, wie die zahl­rei­chen klei­nen und gro­ßen Darstel­ler das Büh­nen­ge­sche­hen mit Freu­de, Hu­mor und Hin­ga­be ge­stal­ten. Und an den hüb­schen Ko­s­tü­men (B´Atriz, Jan­na Schrei­er, Ka­rin Scharn) dem vie­len Tan­zen (Cho­reo­gra­phie: Ur­su­la und Jo­sef Tesch), das sich in die Auf­füh­rung har­mo­nisch mischt, und dem gu­ten Schuss Iro­nie, der das gan­ze Spiel er­fri­schend un­ter­malt.

Es stand ei­ne stim­mig an die Ge­ge­ben­hei­ten an­ge­pass­te Be­ar­bei­tung von Grimms „Aschen­put­tel“auf dem Pro­gramm. Das Stück, un­ter der Re­gie von Jür­gen Reine­cke, hält sich in Gr­und­zü­gen an die Ori­gi­nal­ge­schich­te, doch würzt das Mär­chen mit vie­len Ele­men­ten, die auch Ne­ben­rol­len in den Fo­kus rü­cken. Wo­bei, Ne­ben­rol­len gibt es ei­gent­lich gar nicht. Denn die Ins­ze­nie­rung lebt auch von den vie­len klei­nen Ne­ben-Epi­so­den, die mit Hu­mor die Er­zähl­struk­tur auf­lo- ckern. Ob nun der heim­li­che Held in Form ei­nes, un­nach­ahm­lich von Klaus Knops ge­spiel­ten, Schwei­ne­hir­ten, toll­pat­schi­ge Be­ra­ter des Prin­zen (Prinz: Hol­ger Scharn), oder vie­le, vie­le trat­schi­ge Dorf­frau­en und Män­ner. Ob die bei­den ir­gend­wie an Dick und Doof er­in­nern­den Die­ne­rin­nen des Kö­nigs (Ga­bi Ramms, Da­nie­la Ie­de­ma), oder der zähl­wü­ti­ge Ka­s­tel­lan (Bert Pe­ter), im De­tail liegt der Pfef­fer.

Aber auch die tra­gen­den Rol­len der Ge­schich­te wur­den mär­chen­haft gut zum Le­ben er­weckt. Zu al­ler­erst soll­te Aschen­put­tel er­wähnt wer­den. Ma­rie Eu­ler – die jun­ge Haupt­dar­stel­le­rin – spiel­te al­le Fa­cet­ten die­ser Rol­le sehr über­zeu­gend. Um­rahmt von den rich­tig schön über­zeich­ne­ten Stief­schwes­tern Chris­ti­na Ha­e­ge und Eme­ly Ten­ha­gen so­wie Mut­ter Mar­ti­na Wirtz.

Bei al­lem blieb man aber sehr re­spekt­voll im Um­gang mit dem Mär­chen­stoff, da­von zeug­te auch die ex­qui­si­te Mu­sik­aus­wahl.

Apro­pos Mu­sik – zu­vor gab es noch als Auf­takt ei­ne klei­ne Auf­füh­rung („Char­lie und die Scho­ko­la­den­fa­brik“) der Re­dKids der Tanz­gar­de Zons. Ei­ne rund­um ge­lun­ge­ne Pre­mie­re.

NGZ-FO­TO: AN­JA TINTER

Das Mär­chen „Aschen­put­tel“mit Ma­rie Eu­ler (r.) und den Tau­ben ist im Som­mer noch mehr­fach auf der Frei­licht­büh­ne in Zons zu se­hen.

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